Dienstag, 28.06.2022 12:02 von dpa-AFX | Aufrufe: 562

ROUNDUP/Institute: Gefahr eines Gasengpasses gesunken - Speicher füllen sich

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BERLIN/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Deutschlands Gasspeicher sind inzwischen zu mehr als 60 Prozent gefüllt und mindern aus Sicht von Ökonomen so die Gefahr einer Versorgungslücke im Falle eines russischen Lieferstopps. Wie am Montagabend aus der Webseite von Europas Gasinfrastruktur-Betreiber (GIE) hervorging, waren die Speicher zu 60,26 Prozent voll. Nach Berechnungen führender Wirtschaftsforscher ist die Wahrscheinlichkeit einer Versorgungslücke im Fall eines Stopps russischer Lieferungen gegenüber April deutlich gesunken.

Trotz mittlerweile erheblich besser gefüllter Speicher seien damit aber noch nicht alle Risiken für die Gasversorgung der Industrie im Winterhalbjahr gebannt, heißt es in der Simulationsstudie der Wirtschaftsforschungsinstitute IfW, Ifo, RWI und IWH allerdings auch. "Es ist daher ratsam, zeitnah die Preissignale bei den Verbrauchern ankommen zu lassen" - also die Preise zu erhöhen, damit weniger Gas verbraucht wird.

Ziel ist es, die Speicher bis Anfang November zu mindestens 90 Prozent zu füllen. Allerdings ist die Sorge groß, dass der russische Staatskonzern Gazprom nach der zwischen 11. und 21. Juli geplanten Wartung der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream den Hahn nicht oder später wieder aufdreht und noch weniger Gas als bisher liefert. Deutschland bezieht einen Großteil seiner Gaslieferungen über diese Leitung. Solche Wartungen sind eigentlich üblich. Russland hatte zuletzt aber bereits die Lieferungen durch die Pipeline auf 40 Prozent verringert und dies mit Verzögerungen bei Reparaturen in Folge der Sanktionen begründet. Die Bundesregierung hält dies für vorgeschoben.

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Aus Sicht des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW ist die Energieversorgung Deutschlands im internationalen Vergleich besonders anfällig - sowohl für steigende Preise als auch für Lieferengpässe. Das ZEW kommt in der Analyse zu dem Schluss, dass die Bundesrepublik bei der Stromversorgung gemeinsam mit den Niederlanden zu einer "Hochpreisinsel" wird. Was die Anfälligkeit für ausbleibende Lieferungen betrifft, ist Deutschland demnach gemeinsam mit Italien besonders verwundbar./sl/DP/ngu

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