Mittwoch, 01.12.2021 15:29 von dpa-AFX | Aufrufe: 288

ROUNDUP: IG Metall beschleunigt Kollisionskurs bei Airbus

Die Tragfläche eines Flugzeugs bei Sonnenuntergang (Symbolbild). pixabay.com

HAMBURG (dpa-AFX) - Seit Frühjahr ringt die IG Metall mit Airbus um den geplanten Umbau der zivilen Flugzeugfertigung. Nun beschleunigt die größte deutsche Gewerkschaft den Kollisionskurs und startet die bislang heftigste Warnstreikwelle. Sie soll noch in dieser Woche die Produktion an allen deutschen Standorten weitgehend lähmen, wie der Verhandlungsführer der IG Metall, Daniel Friedrich, am Mittwoch in Hamburg ankündigte. "Sollten wir nicht zeitnah zu einer Lösung kommen, laufen wir auf einen Großkonflikt zu."

Der Flugzeugbauer zeigt sich schockiert: In einem der dpa vorliegenden Schreiben an die Belegschaften nennt Konzernchef Guillaume Faury das Vorgehen der IG Metall "unangemessen und respektlos". Das Unternehmen habe in dem Konflikt bereits "viele Garantien in Bezug auf Sicherheit, Arbeitsbedingungen und Investitionen in die Zukunft gegeben", so dass es "bis dato keinen gravierenden Grund" für die erneuten Warnstreiks gebe.

Hintergrund des Streits ist der im April veröffentlichte Plan, die Teilefertigung bei der Tochter Premium Aerotec in Augsburg, im friesischen Varel und in Rumänien an einen Investor verkaufen. Andernfalls drohten harte Restrukturierungsmaßnahmen mit erheblichen Auswirkungen auf die Beschäftigung. Zudem will Airbus die Montage von Flugzeugrümpfen und -strukturen in einem neuen Tochterunternehmen zusammenfassen. Betroffen wären die Airbus-Werke Stade, Teile des Standorts Hamburg sowie die Airbus-Tochter Premium Aerotec mit drei der vier Augsburger Werke und den Standorten Bremen und Nordenham.

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Airbus hat bislang nach eigener Aussage in den zurückliegenden fünf Verhandlungsrunden zugesagt, bis 2025 in der deutschen Sektionsmontage nahezu zwei Milliarden Euro zu investieren und eine Mindestauslastung ebenfalls bis 2025 zu garantieren sowie bis dahin betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen. Zudem seien "umfassende Garantien" zu Standorten und Beschäftigungsbedingungen" gegeben worden. Schließlich wolle Airbus die Entscheidung für einen potenziellen Investor in Abstimmung mit IG Metall und Betriebsräten an strenge Kriterien knüpfen und sich "für den Erhalt der sozialen Standards von Airbus auch im neuen Unternehmen" einsetzen.

Der Gewerkschaft gehen die Zusagen indes nicht weit genug. Zum einen verlangt sie eine Perspektive über das Jahr 2030 hinaus. Mitte der zwanziger Jahre steht bei Airbus die Entscheidung über eine neue Flugzeuggeneration als Nachfolge der überaus erfolgreichen A320-Familie an. Zudem bezweifelt die IG Metall, dass für die Teilefertigung überhaupt ein geeigneter Investor bereit steht und verlangt, parallel auch einen Verbleib im Airbus-Konzern zu prüfen. Beides lehne das Management aber ab, kritisierte Friedrich./kf/DP/eas

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