Top-Thema

10:21 Uhr
ROUNDUP: Covestro sieht noch kein Ende der Autoflaute - Aktie steigt aber

ROUNDUP: EY-Studie: Abwärtstrend in der Autobranche verstärkt Konsolidierung

Donnerstag, 20.06.2019 09:43 von dpa-AFX

Ein Autohandel (Symbolbild).
Ein Autohandel (Symbolbild).
pixabay.com

STUTTGART (dpa-AFX) - Der aktuelle Absatz- und Gewinnschwund bei vielen Autokonzernen dürfte den Trend zu Kooperationen und Fusionen in der Branche nach Ansicht von Experten noch verstärken. "Es steht eine Marktbereinigung bevor", resümierte der Leiter des Auto- und Transportbereichs beim Beratungsunternehmen EY, Constantin Gall, in einer aktuellen Bilanzanalyse. Im Vorteil seien die Unternehmen, die bei den Zukunftsthemen Elektromobilität und Autonomes Fahren und zugleich finanziell jetzt gut aufgestellt seien.

"Wer da nicht zur Spitze gehört, droht unter die Räder zu geraten", betonte Gall. "Einige der heute noch eigenständigen Autokonzerne werden in zehn Jahren nur noch als Marke innerhalb eines der wenigen Megakonzerne existieren."

Absatzflaute und hohe Kosten für neue Technologien haben der EY-Analyse zufolge zu Jahresbeginn tiefe Spuren in den Bilanzen der meisten Autokonzerne hinterlassen. Verkaufszahlen und Umsätze gingen zurück, die operativen Gewinne der weltweit größten Hersteller fielen insgesamt auf den niedrigsten Stand seit 2011. Die japanischen Autobauer büßten demnach im Vergleich zum ersten Quartal 2018 zusammen 40 Prozent ihres operativen Ergebnisses ein. Bei den drei deutschen Konzernen VW , Daimler (Daimler Aktie) und BMW (BMW Aktie) waren es zusammen 29 Prozent.

Nur die koreanischen Hersteller hätten ihren operativen Gewinn erhöht, schreiben die EY-Experten. Die französischen Hersteller fehlen allerdings in der Liste, weil ihre Zahlen nicht vorlagen.

Daimler schaffte es der Studie zufolge im ersten Quartal trotzdem auf Platz eins der weltweit profitabelsten Unternehmen. 7,1 Prozent vom Umsatz blieben als operatives Ergebnis übrig. Das ist zwar spürbar weniger als zu Jahresbeginn 2018, aber mehr als bei allen anderen untersuchten Herstellern. Auf Platz zwei landete Toyota mit 6,8 Prozent, dahinter Suzuki mit 6,5. Volkswagen (VW Aktie) lag mit 6,4 Prozent auf Rang vier, BMW rutschte mit nur noch 2,6 Prozent aus den Top Ten.

S&P 500: Echter Ausbruch?

Welche Kursmarken die Bullen idealerweise verteidigen sollten und auf welche Widerstände zu beachten sind erfahren Sie auf dem Citi-Blog!

"Die Profitabilität sinkt auf breiter Front, und wenn sich die aktuelle Absatzschwäche fortsetzt, werden wir verstärkt Preiskämpfe sehen, die die Margen noch weiter belasten dürften", betonte EY-Autoexperte Peter Fuß. Um die explodierenden Kosten in den Griff zu bekommen, gehe der Trend zu mehr Kooperationen und sehr weitgehenden Partnerschaften.

Die hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung seien alternativlos, hieß es weiter. "Entscheidend wird sein, dass die Automobilhersteller auf jene Zukunftstechnologien setzen, die der Autokunde letztlich auch bezahlen wird. Nur so kann in Zukunft mit dem Produkt Auto weiterhin Geld verdient werden", sagte Gall./eni/DP/jha

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.