ROUNDUP/Dicke Überraschung: US-Arbeitslosigkeit sinkt trotz Corona-Krise

Freitag, 05.06.2020 15:16 von dpa-AFX - Aufrufe: 933

Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit.
Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit.
© hohl / iStock Unreleased / Getty Images Plus / G. www.gettyimages.de

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Entwicklung des Arbeitsmarkts in den USA hat im Mai extrem positiv überrascht. Trotz Corona-Krise und entgegen den Markterwartungen ist die Arbeitslosigkeit in der größten Volkswirtschaft der Welt gefallen. Zudem bauten die Unternehmen wieder Beschäftigung auf, nachdem sie im Vormonat massiv Stellen gestrichen hatten. Die Finanzmärkte reagierten mit starken Ausschlägen auf die Daten.

Die Arbeitslosenquote fiel im Mai von 14,7 Prozent im Vormonat auf 13,3 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Der Rückgang erfolgte jedoch von extrem hohen Niveau: Im April hatte die Arbeitslosenquote den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg erreicht. Analysten hatten für Mai einen deutlichen Sprung der Quote auf 19,0 Prozent erwartet.

Die Beschäftigung stieg trotz Corona-Krise deutlich. Außerhalb der Landwirtschaft kamen rund 2,51 Millionen Stellen hinzu. Analysten hatten hingegen mit einem weiteren Rückgang um im Schnitt 7,5 Millionen Arbeitsplätze gerechnet. Der Zuwachs folgt auf einen Abbau von 20,687 Millionen Stellen im April. Dies war der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1939.

Die durchschnittlichen Löhne und Gehälter gingen überraschend zurück, nachdem sie im Vormonat noch extrem gestiegen waren. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass die Daten durch die Krise massiv verzerrt sein dürften. Die Stundenlöhne sanken im Mai gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Stundenlöhne um 6,7 Prozent.

An den Finanzmärkten stieg der US-Dollar nach Bekanntwerden der Daten stark an. Im Gegenzug geriet der Euro unter Druck. Die Aktienmärkte reagierten mit starken Kursgewinnen, während sichere Anlagen wie Staatsanleihen erheblich unter Druck gerieten./bgf/jsl/jha/


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