Samstag, 22.01.2022 18:35 von dpa-AFX | Aufrufe: 1528

ROUNDUP/Corona-Beratungen: PCR-Tests, Kontaktverfolgung, Impfpflicht

Impfstoff gegen Corona. ©pixabay.com

BERLIN (dpa-AFX) - Vor den Corona-Beratungen von Bund und Ländern an diesem Montag zeichnen sich weder Verschärfungen noch Lockerungen der bestehenden Pandemiemaßnahmen ab. Dafür rückt die Klärung verschiedener praktischer Fragen rund um PCR-Tests, die Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter und die bald greifende einrichtungsbezogene Impfpflicht in den Mittelpunkt. Die Gesundheitsminister der Länder sprachen sich am Samstag angesichts knapper Laborkapazitäten für eine Priorisierung von PCR-Tests aus. Sie beschlossen außerdem eine Konzentration der Kontaktnachverfolgung auf Bereiche mit besonders gefährdeten Gruppen und plädierten dafür, ein weniger striktes Vorgehen bei der einrichtungsbezogenen Impfpflicht zu prüfen.

Die Zahl der festgestellten Corona-Neuinfektionen stieg unterdessen weiter: Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 135 461 Fälle. Vor einer Woche waren es 78 022. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprach sich in der "Rheinischen Post" (Samstag) mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Montag aber gegen eine Verschärfung von Maßnahmen aus. "Ich bin dafür, dass wir die bestehenden Maßnahmen beibehalten, also nicht ausweiten", sagte er. Er warnte zugleich vor einer Lockerung. "Wir würden Öl (Rohöl) ins Feuer gießen und die Welle beschleunigen."

PCR-Tests

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Die sogenannte einrichtungsbezogene Corona-Impfpflicht wurde Mitte Dezember beschlossen: Beschäftigte in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie Kliniken und Pflegeheime müssen bis zum 15. März 2022 nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind. Das Gesundheitsamt kann sonst ein Tätigkeitsverbot aussprechen. Kritiker hatten immer wieder Befürchtungen geäußert, dass durch die Impfpflicht im bereits knapp besetzten Pflegebereich weitere Arbeitskräfte verloren gehen könnten.

Die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder fordern nun das Bundesgesundheitsministerium dazu auf, gemeinsam mit den Bundesländern "unverzüglich" alle offenen Fragen bei dem Thema zu klären, etwa für wen ganz genau die Impfpflicht gelten soll, welche Ausnahmen es gibt und wie Betroffene angehört werden. Zudem solle geprüft werden, ob nicht vor einem Tätigkeitsverbot zunächst Bußgelder verhängt werden könnten.

Sie sprechen sich außerdem dafür aus, den Impfstoff von Novavax , den es ab Ende Februar geben soll, vorrangig nicht geimpften Beschäftigten in den betroffenen Einrichtungen anzubieten und ihnen dann auch genug Zeit für die zweite Impfung zu geben. Novavax könnte für Skeptiker eine Alternative sein, weil er auf einer anderen Technologie basiert als die bisher verfügbaren Corona-Präparate./jr/DP/zb

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