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17.08.18
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ROUNDUP: Brexit-Wirbel und geringe Inflation bringen Pfund ins Taumeln

Mittwoch, 18.07.2018 11:38 von dpa-AFX

Die Flagge von Großbritannien.
Die Flagge von Großbritannien. pixabay.com
LONDON (dpa-AFX) - Politische Unsicherheit und eine unerwartete Stagnation der Inflation in Großbritannien haben das britische Pfund am Mittwoch stark unter Druck gesetzt. Im Juni habe die Teuerungsrate zum zweiten Mal in Folge bei 2,4 Prozent verharrt, wie die Statistikbehörde ONS am Mittwoch in London mitteilte. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg auf 2,6 Prozent gerechnet.

Im Vormonatsvergleich blieben die Verbraucherpreise im Juni unverändert. Experten hatten stattdessen einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet. Die Jahresrate der Kerninflation, die ohne schwankungsanfällige Komponenten wie Energie ermittelt wird, lag bei 1,9 Prozent und damit ebenfalls niedriger als erwartet.

Das britische Pfund fiel nach der Veröffentlichung sowohl im Verhältnis zum Euro als auch zum US-Dollar um mehr als ein halbes Prozent und erreichte bei 1,3010 Dollar (Dollarkurs) den tiefsten Stand seit September 2017. Derzeit rätseln Experten, ob die Bank of England im August ihren Leitzins anheben wird. Die unerwartet schwachen Inflationszahlen sprechen nun tendenziell dagegen, was die Währung unter Druck bringt.

Bereits am Vortag hatten politische Unsicherheiten den Wert des Pfund deutlich fallen lassen. Die britische Premierministerin Theresa May ist im Parlament nur knapp einer Schlappe entgangen. Proeuropäische Rebellen aus ihrer konservativen Fraktion wollten verpflichtende Verhandlungen für eine Zollunion mit der EU, falls bis Januar 2019 keine Freihandelszone mit Brüssel vereinbart sein sollte. Ein entsprechender Gesetzesänderungsantrag wurde vom Unterhaus nur mit knappem Stimmenvorsprung abgelehnt.

Dies nährte Zweifel, ob May den Spagat zwischen Brexit-Hardlinern und proeuropäischen Kräften im eigenen Lager meistern kann. Nachdem May zuletzt auf den Kurs einer engeren Bindung an die EU eingeschwenkt war, waren sowohl Brexit-Minister David Davis als auch Außenminister Boris Johnson vergangene Woche zurückgetreten./tos/jkr/jha/

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