Donnerstag, 25.11.2021 17:08 von dpa-AFX | Aufrufe: 704

ROUNDUP: Audi unterliegt erstmals in Karlsruhe wegen des VW-Motors EA189

Das Audi-Logo auf einem Q7. pexels.com

KARLSRUHE (dpa-AFX) - Diesel-Kläger, die wegen des VW -Motors EA189 um Schadenersatz von Audi streiten, haben dank eines Urteils aus Karlsruhe verbesserte Erfolgsaussichten. Die obersten Zivilrichterinnen und -richter des Bundesgerichtshofs (BGH) bestätigten am Donnerstag mehrere Urteile des Oberlandesgerichts (OLG) München, das vier Audi-Käufern das geforderte Geld weitgehend zugesprochen hatte. Damit ist der Ingolstädter Autobauer rechtskräftig zur Zahlung verurteilt. (Az. VII ZR 238/20 u.a.)

Es ist das erste Mal, dass so eine Schadenersatz-Klage gegen Audi vor dem BGH Erfolg hat. Denn der Motor EA189 wurde zwar in verschiedenen Audi-Modellen eingesetzt, aber bei der Konzernmutter Volkswagen (VW Aktie) entwickelt. In zwei früheren Fällen hatten die Kläger beim BGH deshalb schlechte Karten. Die Richter vermissten konkrete Anhaltspunkte dafür, dass jemand bei Audi von der illegalen Abgastechnik wusste. Eine "Wissenszurechnung" über die Grenzen der Konzerngesellschaften hinweg sei nicht möglich.

Die Münchner Richter hielten es dagegen für undenkbar, dass kein einziger Audi-Verantwortlicher von der manipulierten Steuerungssoftware Kenntnis hatte. Nach ihrer Überzeugung ist es ausgeschlossen, dass der Motor quasi blind einfach eingebaut wurde.

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Bei VW geht der BGH davon aus, dass dem Einsatz der illegalen Abgastechnik in Millionen Fahrzeugen eine strategische Entscheidung auf hoher Ebene zugrunde gelegen haben muss. Behörden und Kunden seien systematisch hinters Licht geführt worden. Denn in Wirklichkeit stießen die Autos zu viele Schadstoffe aus - nur im Test sorgte eine Software dafür, dass die Grenzwerte eingehalten wurden.

Deshalb können Kläger, die die Voraussetzungen erfüllen, grundsätzlich ihr Auto an VW zurückgeben. Sie bekommen aber nicht den vollen Kaufpreis wieder, sondern müssen sich die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen. Vor diesem Hintergrund hatte sich VW konzernweit in Zehntausenden Verfahren auf einen Vergleich geeinigt, ohne eine gerichtliche Entscheidung abzuwarten. Diese Kläger durften ihr Auto behalten. Außerdem hatten gut 245 000 Betroffene durch einen Mustervergleich zwischen Volkswagen und dem Bundesverband der Verbraucherzentralen Summen von 1350 bis 6257 Euro bekommen. Darunter sind auch Diesel-Besitzer, die keinen VW fahren, sondern einen Audi./sem/DP/he

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