Donnerstag, 30.06.2022 11:20 von dpa-AFX | Aufrufe: 487

ROUNDUP: Arbeitgeberpräsident sieht schwierige Zeiten - Kritik an Verdi-Streik

Teilnehmer eines Verdi-Warnstreiks. © SilviaJansen / iStock Unreleased / Getty Images Plus / Getty Images http://www.gettyimages.de

BERLIN (dpa-AFX) - Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sieht Deutschland vor schweren Zeiten. "Die fetten Jahre sind jetzt erst mal vorbei", sagte Dulger am Mittwochabend vor Journalisten in Berlin. Deutschland sei viele Jahre durch eine "Wohlstands- und Wohlfühloase" getaumelt. "Aber damit ist jetzt Schluss", sagte Dulger. "Wir müssen jetzt gemeinsam immer häufiger darüber reden: Was tun wir, dass unsere Wirtschaft weiter am Laufen bleibt?" Deutschland sei nur stark, wenn die Wirtschaft stark sei.

Dulger kritisierte zudem Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi in Seehäfen - in einer Zeit, in der die Unternehmen dringend Materialien brauchten. Dies habe ihm sehr missfallen. Vielleicht brauche man einen "nationalen Notstand", der auch Streikrecht breche, sagte Dulger. Er sei aber auf keinen Fall dafür, das Streikrecht einzuschränken. Dieses sei eines der Grundrechte. In einem Tarifkonflikt zwischen Verdi und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe hatten Hafenarbeiter mit einem 24-stündigen Warnstreik die Abfertigung von Container- und Frachtschiffen in großen Nordseehäfen weitgehend lahmgelegt.

Die Aussagen stießen auf scharfe Kritik bei Verdi. "Das ist Ausdruck einer antidemokratischen Geisteshaltung", sagte Verdi-Chef Frank Werneke am Donnerstag dem Nachrichtenportal "The Pioneer". Werneke sprach von einer "sehr, sehr bedenklichen Formulierung" Dulgers. Offenbar träume Dulger davon, "dass es einen autoritären Staat gibt, der Arbeitnehmerrechte niederknüppelt". Werneke verteidigte die Aktionen der Hafenarbeiter. "Der Sinn von Streiks ist es ja, wirtschaftlich Druck zu machen, damit die Forderung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, von Gewerkschaften überhaupt eine Chance auf Realisierung zu haben", so der Verdi-Chef. "Wegen unserer schönen blauen Augen haben wir am Verhandlungstisch noch nie etwas bekommen, sondern nur, wenn wir durchsetzungs- und im Zweifelsfall auch konfliktfähig sind."

Mehr Nachrichten kostenlos abonnieren

Werbung
E-Mail-Adresse
Benachrichtigungen von ARIVA.DE
(Mit der Bestellung akzeptieren Sie die Datenschutzhinweise)

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.

Andere Nutzer interessierte auch dieser Artikel: