Mittwoch, 01.12.2021 14:29 von dpa-AFX | Aufrufe: 175

ROUNDUP/Alarmstimmung im Handel: 2G-Regelung bedroht Weihnachtsgeschäft

Das Weihnachtsgeschäft lässt bei Händlern Jahr für Jahr die Kassen klingeln. (Symbolbild) © pixabay.com/CC0 https://pixabay.com

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Im Handel herrscht Alarmstimmung: Schon am ersten Adventswochenende blieben viele Verbraucher angesichts hoher Inzidenzzahlen den Innenstädten fern. Und jetzt könnte ausgerechnet im wichtigen Weihnachtsgeschäft sogar noch eine größere Gefahr drohen - wenn bundesweit in großen Teilen des Einzelhandels tatsächlich die 2G-Regel eingeführt werden sollte und nur noch Geimpfte und Genesene in Warenhäusern, Modegeschäften und Elektronikläden einkaufen dürfen. Ausnahmen sollen für Geschäfte des täglichen Bedarfs gelten.

Ein solcher Schritt könne "zu erheblichen Umsatzrückgängen von bis zu 50 Prozent führen und für die Einzelhändler daher existenzgefährdende Auswirkungen haben", warnte der Präsident des Handelsverbandes Deutschlands, Josef Sanktjohanser, am Mittwoch in einem Brief an die noch amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren wahrscheinlichen Nachfolger Olaf Scholz. Er appellierte an die Politiker, auf eine bundesweite 2G-Regel im Handel zu verzichten.

Dass die Bitte auf offene Ohren trifft, darf angesichts der hohen Inzidenzzahlen allerdings bezweifelt werden. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) etwa zeigte sich am Mittwoch überzeugt, dass die 2G-Regeln im Einzelhandel Realität wird. "Es ist wichtig, dass wir deutschlandweit diese Regel bekommen", sagte sie im ZDF-"Morgenmagazin". Es sei dann faktisch auch ein Stück weit ein Lockdown für Ungeimpfte. "Ungeimpfte dürfen dann nicht mehr so einfach shoppen gehen."

Doch natürlich wird es bei einer flächendeckenden Einführung der 2G-Regel in weiten Teilen des Handels auch Gewinner geben: allen voran wohl der Online-Handel. Schon vor der aktuellen Zuspitzung der Corona-Krise wollten laut GfK fast zwei Drittel der Verbraucher, Geschenke hauptsächlich im Internet einkaufen. Diese Zahl könnte nun noch weiter steigen - zu Lasten der Händler in den Innenstädten./ben/DP/ngu

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