ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Immer mehr Vorschusslorbeeren für Handels-Deal

Freitag, 22.02.2019 22:29 von dpa-AFX - Aufrufe: 2164

Die New Yorker Freiheitsstatue. New York ist die Börsenmetropole der Vereinigten Staaten.
Die New Yorker Freiheitsstatue. New York ist die Börsenmetropole der Vereinigten Staaten.
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NEW YORK (dpa-AFX) - Das Prinzip Hoffnung hat am Freitag einmal mehr die Kurse an der Wall Street nach oben getrieben. Anleger setzten wie schon in den vergangenen Wochen darauf, dass sich die USA und China im Handelsdisput schließlich doch einigen. Das trieb den Dow Jones Industrial vor dem Wochenende erstmals seit Anfang November über die Marke von 26 000 Punkten. Der Leitindex schloss 0,70 Prozent höher bei 26 031,81 Punkten. Auf Wochensicht verbuchte der Index ein Plus von 0,6 Prozent.

Das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Vizepremier Liu He sei "ein weiteres wichtiges Signal, dass sich die Gespräche in die richtige Richtung bewegen", sagte Analyst Alfonso Esparza vom Broker Oanda. Am Markt setze man auf die positiven Auswirkungen einer Einigung im Handelszwist für die gesamte Weltwirtschaft.

Es gab jedoch auch vorsichtige Stimmen: "Je höher die Latte der Erwartungen liegt, desto größer ist damit auch das Enttäuschungspotenzial", warnte Analyst Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg. Die zum Jahresbeginn begonnene Rally lasse sich "nahezu ausschließlich mit der zuletzt markant gestiegenen Hoffnung begründen, dass der sino-amerikanische Handelsstreit versöhnlich endet".

Der marktbreite S&P 500 stieg am Freitag um 0,64 Prozent auf 2792,67 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 rückte um 0,79 Prozent auf 7090,63 Punkte vor.

Bei Kraft Heinz lösten milliardenschwere Abschreibungen einen Kursabsturz aus. Die Papiere brachen um mehr als ein Viertel auf den tiefsten Stand seit der ersten Börsennotiz des im Juli 2015 aus den beiden Konzernen Kraft und Heinz hervorgegangenen Unternehmens ein. Rund 16 Milliarden US-Dollar Börsenwert wurden vernichtet. Analysten senkten reihenweise ihre Empfehlungen und Kursziele für die Aktie.

Der Nahrungsmittelkonzern war 2018 wegen einer 16 Milliarden US-Dollar hohen Abschreibung auf den Wert von Marken und Sparten tief in die roten Zahlen gerutscht. Zudem wurde am Vortag bekannt, dass die US-Börsenaufsicht SEC die Bilanzierungspraxis des Unternehmens untersucht und dass Kraft Heinz die Dividende kürzen wird.

Die Analysten der schweizerischen Großbank Credit Suisse sprachen von einem "desaströsen" Schlussquartal. JPMorgan, Barclays Bank, die Berenberg Bank und der Broker Stifel strichen sämtlich ihre Kaufempfehlungen. Ken Goldman von JPMorgan sprach von einem Verlust des Vertrauens in die Strategie des Unternehmens.

Anleger mieden angesichts dieser Entwicklung die Papiere von Produzenten von Lebensmitteln. Der Basiskonsumgütersektor war am Freitag der schwächste aller Sektoren. Papiere von Coca Cola verloren 1,3 Prozent und die des Snack-Herstellers Mondelez 1,4 Prozent.

Eine Hochstufung auf "Overweight" für die Aktien von Intel (Intel Aktie) durch die Bank Morgan Stanley sorgte beim Computerchiphersteller für ein Kursplus von gut zwei Prozent. Sie lagen damit an der Spitze des Dow. Mit Microsoft (Microsoft Aktie) und Cisco waren weitere Technologiewerte im Dow gesucht. Sie gelten ebenfalls als Profiteure einer möglichen Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China.

Die Aktien von Stamps.com büßten mehr als die Hälfte ihres Börsenwerts ein, nachdem der Anbieter internetbasierter Mailing- und Versanddienstleistungen die Kooperation mit dem staatlichen Postdienstleister United States Postal Service beendet hatte. Der Kurs fiel auf den tiefsten Stand seit August 2016.

Am US-Rentenmarkt erholten sich richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen um 11/32 Punkte auf 99 24/32 Punkte und rentierten mit 2,65 Prozent. Der Eurokurs bewegte sich kaum, die Gemeinschaftswährung kostete zum Börsenschluss an der Wall Street 1,1333 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1325 (Dienstag: 1,1354) Dollar (Dollarkurs) festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8830 (0,8808) Euro gekostet./bek/he


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