Top-Thema

09:24 Uhr
Aktien Frankfurt Eröffnung: Konjunkturängste sorgen für holprigen Wochenstart

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Handelsstreit drückt Dow leicht ins Minus

Freitag, 15.06.2018 22:43 von dpa-AFX

Blick vom Wasser auf die New Yorker Skyline. Die Metropole ist der zentrale US-Finanzplatz.
Blick vom Wasser auf die New Yorker Skyline. Die Metropole ist der zentrale US-Finanzplatz. pexels.com
NEW YORK (dpa-AFX) - Die Eskalation des internationalen Handelsstreits hat an der Wall Street etwas auf die Stimmung gedrückt. US-Präsident Donald Trump machte am Freitag ernst und verhängte gegen China Strafzölle auf Waren im Wert von 50 Milliarden US-Dollar. Die Zölle werden vom 6. Juli an fällig. Als Reaktion kündigte Peking ebenfalls ab 6. Juli Vergeltungszölle auf amerikanische Waren im Wert von zunächst 34 Milliarden Dollar (Dollarkurs) an. Insgesamt sollen die Zölle am Ende auch insgesamt Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar betreffen.

Der Leitindex Dow Jones Industrial weitete seine jüngsten Verluste aus und fiel um 0,34 Prozent auf 25 090,48 Punkte. Auf Wochensicht ergibt dies ein Minus von 0,89 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index gab am Freitag um 0,11 Prozent auf 2779,42 Zähler nach und der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 schloss 0,33 Prozent tiefer bei 7255,76 Punkten. Dieser hatte am Vortag noch ein Rekordhoch erreicht.

Zudem hatten die Länder der Europäischen Union schon am Donnerstagabend geschlossen für einen Vorschlag der Kommission gestimmt, auf die US-Importzölle mit eigenen Zöllen für US-Produkte wie Whiskey, Jeans und Motorräder zu reagieren.

Die jüngste Handelsbilanz der EU dürfte Trump in seiner Kritik an großen Exportländern wie Deutschland bestärken. Denn die Ausfuhren der EU in die USA legten in den ersten vier Monaten des Jahres um 3,0 Prozent zu, während die Einfuhren aus den USA um 3,1 Prozent zurückgingen. Vor einer Woche hatte bereits China trotz eines insgesamt rückläufigen Handelsüberschusses einen Anstieg im Warenaustausch mit der weltgrößten Volkswirtschaft berichtet.

Unternehmensseitig litten am Dow-Ende besonders konjunktursensible Aktien unter der Verschärfung des Handelskonflikts. So büßten die Papiere des Baumaschinenherstellers Caterpillar (Caterpillar Aktie) und des Industrieriesen General Electric jeweils mehr als 2 Prozent ein.

Dagegen gewannen die Aktien von General Motors (GM) knapp 1 Prozent. Der Autobauer erwägt laut Insidern einen Börsengang des Geschäftsfelds autonomes Fahren.

Schlusslicht im Nasdaq 100 waren die Anteilsscheine von Adobe Systems mit einem Minus von mehr als 2 Prozent. Der Ausblick des Software-Unternehmens habe Zweifel an der Wachstumsdynamik genährt, sagten Börsianer.

Ansonsten drehte sich derweil das Übernahmekarussell munter weiter. So stand an der Wall Street der 80 Milliarden Dollar schwere Kauf des Medienkonzerns Time Warner durch den Telekomriesen AT&T im Fokus. Nach der gescheiterten Kartellrechtsklage der Regierung gab diese ihren Widerstand bis auf Weiteres auf. Die Papiere von AT&T zogen um rund 2 Prozent und die von Time Warner um knapp 1 Prozent an.

Übernahmegerüchte bescherten den Aktien des Nutzfahrzeugherstellers Navistar ein Plus von gut 9 Prozent. Die Anleger spekulierten einem Händler zufolge, dass Großaktionär Volkswagen (VW Aktie) (VW) das Unternehmen erwerben könnte. Dem Experten Stephen Volkmann vom Analysehaus Jefferies zufolge könnten die Wolfsburger Navistar helfen, die Forschungs- und Entwicklungskosten zu senken sowie den weltweiten Erwerb von Rohmaterialien erheblich zu erleichtern. Die VW-Vorzugsaktien reagierten derweil in Frankfurt kaum auf die Spekulationen und lagen am Ende mehr als 1 Prozent im Minus.

Der Euro hielt sich nach seiner Talfahrt am Vortag über 1,16 US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,1608 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1596 (Donnerstag: 1,1730) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8624 (0,8525) Euro. Angesichts der Verluste an der Wall Street stiegen richtungsweisende zehnjährige US-Staatsanleihen um 4/32 auf 99 19/32 Punkte und rentierten mit 2,921 Prozent./la/tos

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

}