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16.11.18
ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow im Plus - Lösung im Handelsstreit erhofft

ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow gibt leicht nach - IBM mit hohen Verlusten

Mittwoch, 17.10.2018 22:30 von dpa-AFX

Straßenschild der New Yorker Wall Street.
Straßenschild der New Yorker Wall Street. pexels.com
NEW YORK (dpa-AFX) - Nach der Kurs-Rally vom Vortag hat der Dow Jones Industrial zur Wochenmitte wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Vor allem schwache Ergebnisse des Technologieriesen IBM (IBM Aktie) drückten am Mittwoch auf die Stimmung der Anleger und noch schwerer auf den Kurs der Aktie. Diese rutschte um fast 8 Prozent auf den niedrigsten Stand seit März 2016 und lag weit abgeschlagen am Ende des Dow. Dieser gab um 0,36 Prozent auf 25 706,68 Punkte nach.

Nach den überwiegend starken Ergebnissen mehrerer großer US-Konzerne am Vortag seien die Zahlen und Ausblicke der Unternehmen am Mittwoch gemischter ausgefallen, merkte Analyst Chris Hussey von Goldman Sachs (Goldman Sachs Aktie) an. Entsprechend schwankend und uneinheitlich habe sich der Aktienmarkt im Vergleich zum sehr starken Vortag präsentiert.

Der marktbreite S&P 500 hielt sich etwas besser als der Dow und schloss lediglich 0,03 Prozent niedriger bei 2809,21 Punkten. Der Technologie-Index Nasdaq 100 ging mit einem Plus von 0,03 Prozent auf 7278,63 Zähler aus dem Handel. Hier stützten hohe Kursgewinne von Netflix.

Gegenwind für Aktien gab es Beobachtern zufolge von der US-Notenbank Fed. Eine Reihe von Mitgliedern sah auf der jüngsten Sitzung die Notwendigkeit, den Leitzins künftig zeitweise über das aus ihrer Sicht langfristige Niveau anzuheben. Am Anleihemarkt stiegen daraufhin die Renditen. Bei steigenden Zinsen können Aktien für Investoren unattraktiver werden. Zudem verteuert sich bei höheren Zinsen die Finanzierung der Unternehmen.

Bei IBM hatten ein schwächeres Server-Geschäft und ungünstige Wechselkurse den Aufschwung im Sommerquartal vorerst wieder beendet. In diesem Zeitraum waren die Erlöse im Jahresvergleich um gut zwei Prozent zurückgegangen. Analysten hatten mit mehr Umsatz gerechnet.

Stark war es dagegen zuletzt bei Netflix gelaufen. Der Videostreaming-Dienst war nach einem mäßigen zweiten Quartal wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Mit einem unerwartet kräftigem Nutzerzuwachs widerlegte das Unternehmen seine Zweifler. Der Kurs zog um 5,28 Prozent an und lag damit an der Spitze des Nasdaq 100. Zwischenzeitlich hatte er sogar fast 10 Prozent im Plus gelegen.

Netflix habe sowohl auf dem heimischen Markt als auch im Ausland die Markterwartungen übertroffen, da die Korrelation zwischen den Ausgaben für Programminhalte und dem Nutzerwachstum das sechste Quartal in Folge Bestand gehabt habe, schrieb Analyst Heath Terry von der Bank Goldman Sachs. Terry und etliche andere Experten erhöhten die Kursziele für die Aktien.

Home Depot (Home Depot Aktie) verloren nach einer Abstufung von "Outperform" auf "Neutral" durch die Investmentbank Credit Suisse gut 4 Prozent. Aktien von UnitedHealth rutschten um 1,93 Prozent ab. Hier nahmen Anleger Kursgewinne mit, nachdem die Papiere des Krankenversicherers nach starken Quartalszahlen am Vortag um fast 5 Prozent gestiegen waren.

Die Fluggesellschaft United Continental (Continental Aktie) (UAL) blickt trotz kräftig gestiegener Treibstoffkosten noch positiver als bislang auf das Gesamtjahr. Die Anteilscheine gewannen knapp 6 Prozent. Titel des Branchenkollegen American Airlines legten um knapp 1 Prozent zu.

Die Gewinnprognose des Pharmaherstellers Abbott Laboratories für das kommende Quartal blieb etwas hinter den Schätzungen der meisten Analysten zurück. Die Papiere fielen um gut 1 Prozent. Aktien des Dialysespezialisten DaVita büßten 2,94 Prozent ein. Sie wurden von einer Gewinnwarnung des deutschen Konkurrenten FMC belastet, der stark auf dem amerikanischen Markt aktiv ist.

Der Eurokurs gab zur Wochenmitte nach. Im späten New Yorker Devisenhandel kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1502 US-Dollar und notierte somit nur noch hauchdünn über der Marke von 1,15 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1530 (Dienstag: 1,1587) Dollar (Dollarkurs) festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8673 (0,8630) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gaben um 9/32 Punkte auf 97 9/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 3,20 Prozent./bek/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---