Donnerstag, 22.09.2022 18:40 von dpa-AFX | Aufrufe: 918

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Straffere Geldpolitik setzt Markt unter Druck

Eingang der Frankfurter Börse. © Nikada/iStock Unreleased / Getty Images Plus/Getty Images

FRANKFURT (dpa-AFX) - Weitere Zinserhöhungen der Notenbanken und der düstere Ausblick der US-Währungshüter haben dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag zugesetzt. Der Dax ging am Abend nur knapp über dem Tagestief mit einem Abschlag von 1,84 Prozent bei 12 531,63 Punkten aus dem Handel.

Zwischenzeitlich hatte der deutsche Leitindex einen Großteil seiner anfänglichen Verluste abschütteln können, doch mit den Molltönen an der Wall Street und dem Anstieg der Renditen an den Anleihenmärkten beschleunigte sich der Abwärtsdruck laut Börsianern in der zweiten Tageshälfte wieder. Beobachter werteten es zumindest als ermutigendes Zeichen, dass auch diesmal die Marke von 12 500 Punkten hielt - diese hatte bereits in Abschwungphasen im März und Juli als Unterstützung gedient.

Auch der MDax der mittelgroßen Unternehmen rutschte bis zum Abend merklich ab. Er schloss beim Stand von 23 267,31 Punkten, dies bedeutete ein Minus von 2,68 Prozent. Kurz zuvor war das Börsenbarometer bei rund 23 265 Punkten auf ein weiteres Tief seit Mai 2020 gerutscht.

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Anteile am Online-Modehändler About You fielen nach einer gestrichenen Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank auf ein weiteres Rekordtief, zu Handelsende betrug das Minus noch knapp 2,3 Prozent. Aktien des Konkurrenten Zalando (Zalando Aktie) wurden ebenfalls belastet und gaben mit 6,4 Prozent noch stärker nach.

Uniper -Aktien konnten sich nach einem weiteren turbulenten Handelstag mit knapp fünf Prozent Kursplus auf 3,27 Euro etwas von ihren massiven Vortagesverlusten erholen. Am Mittwoch waren die Anteile des vor der Verstaatlichung stehenden Energiekonzerns erstmals unter 3,00 Euro gesackt und hatten bis fast 40 Prozent verloren. Auch am Donnerstag war es zunächst prozentual zweistellig abwärts gegangen, bevor die Papiere ins Plus drehten.

Auch in Europa weiteten die Indizes nach einer zwischenzeitlichen Erholung ihre Verluste deutlich aus: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss mit minus 1,85 Prozent auf 3427,14 Punkten. Der Index vermied nur haarscharf einen Rücksetzer auf ein weiteres Tief seit zwei Monaten. Ähnlich hoch waren die Verluste auch an der Pariser Börse, in London fiel das Minus dank Gewinnen bei Rohstoffaktien etwas geringer aus. In New York stand der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mit 0,3 Prozent im Minus.

Der Euro konnte sich von seinem jüngsten Tief etwas erholen kostete zuletzt im Abendhandel 0,9844 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 0,9884 (Mittwoch: 0,9906) Dollar (Dollarkurs) festgesetzt. Der Dollar hatte damit 1,0117 (1,0095) Euro gekostet. In der Nacht auf Donnerstag war die europäische Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand seit etwa 20 Jahren gesunken.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 1,78 Prozent am Vortag auf 1,80 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 129,88 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,88 Prozent auf 140,20 Punkte./tav/jha/

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

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