ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax steigt weiter - USA/China vor Zolleinigung

Donnerstag, 07.11.2019 18:09 von dpa-AFX - Aufrufe: 447

Die Skyline von Frankfurt hinter der Innenstadt.
Die Skyline von Frankfurt hinter der Innenstadt.
© typhoonski / iStock / Getty Images Plus / Getty Im.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aussicht auf einen lang ersehnten Etappenerfolg im Handelskonflikt hat den Dax am Donnerstag zeitweise über 13 300 Punkte getrieben. Im Fokus standen außerdem zahlreiche deutsche Konzerne mit Quartalsberichten. Der deutsche Leitindex baute seine Gewinne der vergangenen vier Handelstage weiter aus und schloss letztlich mit plus 0,83 Prozent auf 13 289,46 Punkten. Bis zum Rekordhoch im Januar 2018 fehlen dem Dax nun nur noch etwas mehr als 300 Punkte.

Der MDax stieg am Donnerstag erstmals wieder seit August 2018 über 27 000 Punkte. Mit einem Plus von 0,63 Prozent auf 27 132,43 Zähler ging der Index der mittelgroßen Unternehmen letztlich aus dem Tag. Auch weltweit herrschte freudige Stimmung an den Börsen.

Wie die chinesische Regierung mitteilte, hatte sie sich mit den USA auf eine schrittweise Reduzierung der gegenseitig erhobenen Strafzölle geeinigt. Dies werde Bestandteil eines ersten Teilabkommens sein, das innerhalb der nächsten Wochen unterzeichnet werden solle. Das Ausmaß der Zollreduzierung hänge jedoch vom konkreten Inhalt des Abkommens ab, hieß es weiter. Die USA haben Chinas Erklärung indes noch nicht bestätigt.

Mit allein fünf Dax-Konzernen, die Quartalszahlen vorlegten, sowie weiteren Zahlen aus der zweiten und dritten Börsenreihe lief hierzulande die Berichtssaison auf Hochtouren.

Die Lufthansa-Aktien führten mit plus 6,8 Prozent die Gewinner im Leitindex an. Die Fluggesellschaft hatte von ersten Erfolgen durch Eingriffe bei Eurowings sowie von neuen Sparpläne für weitere schwächelnde Tochtergesellschaften profitiert. Die Quartalszahlen fielen besser als befürchtet aus und trotz Streiks und Preiskampf in Europa hält das Management am Jahresgewinnziel (bereinigtes Ebit) fest.

Dem Technologiekonzern Siemens (Siemens Aktie) wurde von Analysten ein "fantastisches viertes Geschäftsquartal" bescheinigt. Zudem wollen die Münchener die Dividende anheben. Die Titel setzten ihre Rally der vergangenen Wochen fort und gewannen 4,9 Prozent, womit sie den höchsten Stand seit Sommer 2018 erreichten.

Die Anteile von HeidelbergCement (Heidelberg Cement Aktie) und Deutsche Telekom (Deutsche Telekom Aktie) zählten mit minus 4,5 Prozent beziehungsweise minus 2,0 Prozent zu den schwächsten Dax-Werten. Der Baustoffkonzern hatte den Quartalsumsatz nicht so stark wie von Analysten erwartet gesteigert. Allerdings waren die Papiere seit Anfang Oktober bereits stark nach oben gelaufen. Bei der Telekom vergrätzten vor allem Aussagen zur Dividendenpolitik die Anleger. Die endgültigen Zahlen von Munich Re fanden kaum Interesse. Sie Aktien schlossen nahezu unverändert.

Im MDax zogen der Chiphersteller Dialog mit plus 7,4 Prozent und Freenet (Freenet Aktie) mit plus 3,3 Prozent nach Quartalsberichten deutlich an. Auch das kräftigen Wachstum des auf Arztpraxen und Apotheken ausgerichteten Softwareherstellers Compugroup fand am Markt Anklang. Die Aktien gewannen 2,8 Prozent.

ProSiebenSat.1 büßten als MDax-Schlusslicht 3,0 Prozent ein. Ein überraschend schwaches Fernsehwerbegeschäft hatte Spuren hinterlassen. Im SDax knickten die Papiere von SMA Solar um 12 Prozent ein. Nach der jüngsten Kurserholung nutzen Anleger die Quartalszahlen, um Kasse zu machen. Die Aktien des Motorenbauers Deutz als Index-Spitzenwert stiegen um 9,7 Prozent. Ein deutlicher Umsatzanstieg im dritten Quartal hatte die Investoren überzeugt.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,49 Prozent höher bei 3706,68 Zählern. Auch in Paris und London stiegen die Indizes. In den USA legte der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum Börsenschluss in Europa um 0,8 Prozent zu.

Am deutschen Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei 0,32 Prozent. Der Rentenindex Rex zeigte sich ebenfalls unverändert bei 144,36 Punkten. Der Bund-Future verlor 0,85 Prozent auf 169,44 Punkte. Der Eurokurs sank. Die Gemeinschaftswährung kostete am Abend 1,1043 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1077 (Mittwoch: 1,1090) Dollar (Dollarkurs) fest. Der Dollar kostete damit 0,9028 (0,9017) Euro./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---


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