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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax nimmt Kurs auf Rekordhoch

Freitag, 19.01.2018 18:19 von dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Freitag wieder sein Rekordhoch ins Visier genommen. Trotz des weiter starken Euro und der lustlosen Wall Street knüpfte der deutsche Leitindex an seine Vortagsgewinne an und schloss 1,15 Prozent im Plus bei 13 434,45 Punkten.

Auf Wochensicht verbuchte er damit einen Gewinn von knapp anderthalb Prozent - zum Rekord bei 13 525,56 Punkten aus dem November fehlen ihm noch weniger als 100 Punkte beziehungsweise 0,68 Prozent. Erneut hätten gute Unternehmensnachrichten die Stimmung auf dem Parkett aufgehellt, kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets - tags zuvor der Chemieriese BASF (BASF Aktie) und diesmal der Industrie- und Stahlkonzern Thyssenkrupp (ThyssenKrupp Aktie) .

Die Nebenwerte-Indizes MDax und SDax erreichten zum Wochenschluss wie schon am Vortag Bestmarken. Zum Handelsende behauptete der Index der mittelgroßen deutschen Unternehmen ein Kursplus von 0,91 Prozent auf 27 455,24 Punkte, während der Kleinwerte-Index um 0,92 Prozent auf 12 516,47 Zähler vorrückte. Der Technologiewerte-Index TecDax knackte immerhin erstmals seit dem Jahr 2001 wieder die 2700-Punkte-Marke und verabschiedete sich 0,72 Prozent fester bei 2703,04 Punkten.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,78 Prozent höher bei 3649,07 Zählern. Auch für die nationalen Indizes in Paris und London ging es bergauf, wogegen der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsende leicht nachgab.

Der Eurokurs stand zuletzt wenig bewegt bei 1,2233 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs davor auf 1,2255 (Donnerstag: 1,2235) US-Dollar festgesetzt; der Dollar (Dollarkurs) kostete damit 0,8160 (0,8173) Euro.

"Vielleicht ist es an der Zeit, die vermeintliche Euro-Stärke ein wenig zu relativieren", sagte Stanzl. Zwar sei die Gemeinschaftswährung aktuell rund 20 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. "Aber von ihrem Niveau bei 1,40 US-Dollar vor knapp 4 Jahren, vor dem letzten großen Kursrutsch, liegt sie auch noch ein ganzes Stück entfernt. Und erst recht vom Niveau bei 1,60 vor 10 Jahren." Wenn die Profitabilität der Unternehmen schneller steige als der Eurokurs, "kann der Dax in den nächsten Wochen durchaus da weiter machen, wo er heute begonnen hat".

Im deutschen Leitindex zählten Thyssenkrupp-Papiere zu den größten Gewinnern. Positiv aufgenommene Aussagen zur Geschäftsentwicklung und erneuerte Forderungen eines Großaktionärs zur Aufspaltung des Konzerns sorgten für einen Kursanstieg um 4,45 Prozent auf 26,30 Euro, was den höchsten Stand seit gut 4 Monaten bedeutete. Während Warburg-Analyst Björn Voss den bestätigten Ausblick lobte, sah ein anderer Börsianer die erneuerten Forderungen von Großaktionär Cevian nach einer Aufspaltung des Unternehmens als Kurstreiber.

Am besten im Dax schlugen sich indes die Titel des Sportartikelherstellers Adidas (adidas Aktie) , die um 6,90 Prozent auf 182,80 Euro nach oben sprangen. Hier sorgte neben einem charttechnisch günstigen Bild ein positiver Analystenkommentar zusätzlich für Schwung: Andreas Inderst von der australisches Investmentbank Macquarie sieht mit seinem Kursziel von 223 Euro noch deutlich Luft nach oben. Er habe großes Vertrauen in die Konzernstrategie und das Wachstum, erklärte der Experte.

Die Aktien von BASF knüpften mit plus 1,58 Prozent an ihre gute Vortagsentwicklung an und erreichten zeitweise sogar ein Rekordhoch. Sie profitierten damit weiter von guten Geschäftszahlen, die nun bei Analysten auf ein positives Echo stießen.

Dagegen brachen die Aktien von MDax-Schlusslicht Ceconomy nach Quartalszahlen um knapp 13 Prozent ein. Ein schwächer als erwartet verlaufenes Weihnachtsgeschäft und heftige Rabatte um den sogenannten "Black Friday" hatten dem Elektronikhändler einen deutlichen Gewinnrückgang eingebrockt.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite wie am Vortag bei 0,39 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 139,91 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,12 Prozent auf 160,69 Punkte./gl/he

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---