Donnerstag, 21.01.2021 18:10 von dpa-AFX | Aufrufe: 609

ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: 14 000-Punkte-Marke bleibt Hürde für den Dax

Die deutsche Finanzmetropole Frankfurt am Main. pixabay.com

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am Tag nach dem reibungslosen Machtwechsel in den Vereinigten Staaten sind die Anleger am Donnerstag wieder etwas vorsichtiger geworden. Nur am Morgen gelang dem Dax kurzzeitig wieder der Sprung über die Marke von 14 000 Punkten. Knapp 100 Punkte vor dem Rekordhoch schalteten die Anleger einen Gang zurück. Im Fokus stand zudem die Europäische Zentralbank (EZB), die trotz verschärfter Lockdowns an ihrer Geldpolitik keine Änderungen vornahm. Das überraschte jedoch nicht, denn die letzte kräftige Aufstockung geldpolitischer Stützungsmaßnahmen ist nur wenige Wochen her.


Letztlich beendete der deutsche Leitindex den Handel mit minus 0,11 Prozent bei 13 906,67 Punkten. Dagegen machen, was weitere Rekorde anbelangt, die Indizes aus der zweite Reihe dem Dax in diesen Tagen etwas vor: Sowohl der MDax als auch der darunter liegende SDax erreichten erneut Bestmarken. Der Index der mittelgroßen Werte stieg letztlich um 0,54 Prozent auf 31 748,97 Punkte. Der Nebenwerte-Index SDax gewann 0,49 Prozent auf 15 655,73 Zähler. Europaweit sah das Bild indes trüber aus.

Der EuroStoxx 50 gab um 0,16 Prozent auf 3618,35 Punkte nach. In Paris und London ging es noch etwas deutlicher abwärts. In den USA indes setzte sich die Rekordrally zunächst weiter fort, allerdings ging dem Leitindex Dow Jones Industrial rasch die Puste aus. Zum Handelsschluss in Europa zeigte er sich nahezu unverändert zum Vortagesschluss. Die technologielastigen Nasdaq-Börsen legten dagegen etwas weiter zu.

Der Demokrat Joe Biden ist nun der 46. Präsident der USA. Anleger setzen große Hoffnungen in ihn, denn er will die von der Corona-Pandemie schwer getroffene Wirtschaft mit weiteren, billionenschweren Hilfsmaßnahmen stützen. Marktbeobachter sprechen daher in letzter Zeit von einer "blauen Welle", auf der die Anleger ritten. Damit meinen sie sinnbildlich die jüngsten Erfolge der von Biden angeführten US-Demokraten, angelehnt an deren Parteifarbe. "Noch surfen die Anleger darauf, scheinbar ohne sich der Gefahr bewusst zu sein, dass auch diese Welle irgendwann brechen könnte", sagte Marktexperte Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets.

Auf Unternehmensseite standen die seit Ausbruch der Corona-Pandemie bei Anlegern beliebten Aktien von Shop Apotheke im Rampenlicht. Mit einem neuerlichen Anstieg, dieses Mal um 4,5 Prozent, verbuchten sie den nächsten Rekord. Als Treiber galten die starken Jahreszahlen der schweizerischen Konkurrentin Zur Rose , deren Papiere in Zürich um 8,9 Prozent hochsprangen

Gemeinsam mit den Papieren von Shop Apotheke waren noch weitere so genannte Corona-Krisengewinner gefragt. Hellofresh oder Delivery Hero etwa stiegen jeweils um 3,6 Prozent. Zalando (Zalando Aktie) gewannen 3,4 Prozent und im SDax sprangen die Papiere des Online-Händlers für Haustierbedarf Zooplus sogar um 10,4 Prozent hoch und näherten sich damit ihrem Rekordhoch aus dem Jahr 2017.

Das von Corona gepushte Thema Digitalisierung erstreckte sich auf die ganze Technologiebranche. Die Infineon (Infineon Aktie) -Aktien glänzten im Dax mit einem weiteren Hoch seit 2001. Die Anteile des Chipherstellers, die letztlich um 1,8 Prozent zulegten, profitierten weiter von der international guten Stimmung im Sektor. Tech-Werte hatten am Vortag in New York mit ihrer Kursrally beeindruckt.

Unter die Gewinner im MDax mischten sich noch mit plus 2,2 Prozent die Aktien von ProSiebenSat.1 . Als Kurstreiber galt, dass die italienische Mediengruppe Mediaset als Großaktionär weiter fleißig seine Anteile am deutschen Konkurrenten aufstockt. Die Index-Spitze allerdings eroberten letztlich die Aurubis (Aurubis Aktie) -Aktien. Sie stiegen nach einem angehobenen Ergebnisziel für das Geschäftsjahr 2020/21 um 5,8 Prozent. Die Papiere des Großaktionärs Salzgitter profitierten davon mit einem Kursgewinn von 3,7 Prozent.

Der Euro wurde zuletzt mit 1,2142 US-Dollar gehandelt. Die EZB setzte den Referenzkurs zuvor auf 1,2158 (Mittwoch: 1,2101) Dollar (Dollarkurs) fest. Der Dollar kostete damit 0,8225 (0,8264) Euro. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite auf minus 0,55 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 146,06 Punkte. Der Bund-Future verlor am frühen Abend 0,30 Prozent auf 176,90 Punkte./ck/he

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--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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