ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Gebeutelter Dax legt leicht zu

Freitag, 22.06.2018 10:16 von dpa-AFX

Das Bankenviertel in Frankfurt. Die Mainmetropole ist der wichtigste deutsche Finanzplatz. (Symbolfoto)
Das Bankenviertel in Frankfurt. Die Mainmetropole ist der wichtigste deutsche Finanzplatz. (Symbolfoto) pixabay.com
FRANKFURT (dpa-AFX) - Von seinem jüngsten Rutsch auf ein Zweimonatstief hat sich der Dax in der ersten Handelsstunde am Freitag leicht erholt. Zuletzt stand der deutsche Leitindex 0,31 Prozent höher auf 12 550,57 Punkten.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,55 Prozent hoch auf 26 401,88 Zähler. Der TecDax gewann 0,36 Prozent auf 2808,92 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone rückte um 0,49 Prozent auf 3420,03 Punkte vor.

Unter Einkaufsmanagern deutscher Unternehmen erhobene Stimmungsdaten zeigten ein gemischtes Bild. Für den Dienstleistungssektor fielen sie klar besser, für die Industrie schlechter als erwartet aus. Die Daten gaben dem Dax dennoch etwas Auftrieb. Insgesamt war die Stimmung in Europa besser als befürchtet.

Die Woche verlief für das Leitbarometer allerdings mit einem Abschlag von derzeit 3,5 Prozent bislang sehr schlecht. Grund dafür ist der weltweite Handelskonflikt mit den USA, der nun in eine neue Runde geht. Seit diesem Freitag erhebt die Europäische Union (EU) Vergeltungszölle auf US-Produkte wie Whiskey, Jeans, Motorräder und Erdnussbutter - und reagiert damit auf die Strafzölle der Vereinigten Staaten auf Stahl und Aluminium. Für den Dax nähmen die Belastungsfaktoren eher zu als ab und damit sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich der Abwärtsimpuls verstärke, schrieben die Experten der Helaba.

Am Vortag hatte eine Gewinnwarnung von Daimler (Daimler Aktie) die Kurse in der Automobilbranche schwer belastet. An diesem Freitag ging es für die Daimler-Aktien um weitere 0,8 Prozent runter. BMW verloren 0,6 Prozent. Der europäische Automobilsektor war mit einem Abschlag von 0,2 Prozent erneut der schwächste in der Stoxx-600-Branchenübersicht.

Nach dem ersten Teil des Stresstests in den USA verbuchten Aktien von Banken am Freitag Kursgewinne. Der entsprechende europäische Sektor war im Stoxx-600-Branchentableau mit plus 1,1 Prozent vorne. Nach Einschätzung der US-Notenbank sind die größten Geldhäuser in den USA krisenfest aufgestellt. Alle 35 Großbanken hätten den ersten Teil bestanden.

Im Dax gewannen die Deutsche-Bank-Aktien 1,5 Prozent. Commerzbank verteuerten sich um 1,4 Prozent. Besser waren nur noch die Anteile der Deutsche Börse mit plus 1,7 Prozent. Schlusslicht waren erneut die Aktien des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf (Beiersdorf Aktie) mit minus 1,3 Prozent.

Um 1 Prozent nach oben ging es zudem für die Anteile des Versicherers Allianz (Allianz Aktie) SE . Die Berenberg Bank hatte sie von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 175 auf 205 Euro angehoben. Nachdem sie seit ihrem 2017er-Hoch klar nachgegeben und sich verglichen mit anderen Werten aus der Branche seit Jahresbeginn deutlich schwächer entwickelt hätten, sei es nun angesichts der attraktiven Bewertung wieder Zeit für Käufe, schrieb Analyst Trevor Moss.

Hornbach Holding , die Dachgesellschaft der Baumarktkette Hornbach, startete verhalten ins neue Geschäftsjahr, bestätigte aber den Ausblick. Für die im SDax notierten Papiere ging es um 1,6 Prozent runter.

Im Minus mit 1,7 Prozent standen im SDax auch die Aktien der Deutschen Beteiligungs AG , die nach Einschätzung der Finanzaufsicht Bafin möglicherweise Fehler bei der Bilanzierung im Geschäftsjahr 2014/15 gemacht hat und nun eventuell die Prognose für das laufende Jahr nochmals kappen muss./ajx/jha/

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