Donnerstag, 23.06.2022 23:46 von dpa-AFX | Aufrufe: 956

ROUNDUP 3/Nachfrageflaute: Modehändler Zalando streicht Ziele deutlich zusammen

Kleidung auf einer Kleiderstange (Symbolbild). © Tomas Hliva / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

(Neu: Analystenkommentar JPMorgan, Details zu Zalandos Erwartungen für das zweite Halbjahr und zu den ergriffenen Maßnahmen, um den neuen Ausblick zu erreichen im 5. und 6. Absatz.)

BERLIN (dpa-AFX) - Der Online-Modehändler Zalando (Zalando Aktie) befürchtet wegen der zuletzt stark eingetrübten Wirtschaftsperspektiven eine längere Nachfrageflaute. Daher strich das im Dax notierte Unternehmen nun seine Jahresziele zusammen und rechnet 2022 bestenfalls noch mit einem kleinen Umsatzwachstum. Bereits im ersten Quartal hatten die Berliner die Rückkehr des stationären Einzelhandels nach der Corona-Pandemie, eine sich eintrübende Verbraucherstimmung sowie steigende Kosten zu spüren bekommen. Das Umfeld habe sich im zweiten Jahresviertel noch verschlechtert und die Konsumlaune sei gesunken, hieß es nun in einer Mitteilung vom frühen Donnerstagabend. Die Aktien brachen nachbörslich ein.

Für das Bruttowarenvolumen (GMV) erwartet das Management 2022 jetzt ein Plus von 3 bis 7 Prozent auf 14,8 bis 15,3 Milliarden Euro. Bislang wurde hier ein Wachstum von bis zu 23 Prozent angestrebt. Der Umsatz dürfte vor diesem Hintergrund nur noch im besten Fall um drei Prozent auf 10,7 Milliarden Euro steigen, teilte Zalando mit. Allerdings könnte der Erlös auch bei 10,4 Milliarden Euro stagnieren, nachdem der Vorstand Anfang Mai noch von einem Wachstum um bis zu 19 Prozent ausgegangen war.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll 2022 jetzt bei 180 bis 260 Millionen Euro liegen, nach bislang angepeilten 430 bis 510 Millionen Euro. Und das, obwohl das Unternehmen die Investitionen nun deutlich senken will im Vergleich zur ursprünglichen Planung.

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Die Aktien brachen am Donnerstagabend auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss um fast neun Prozent auf 23,30 Euro ein. Im Xetra-Hauptgeschäft wäre das der tiefste Stand seit Anfang 2019.

Damit setzt sich der steile Abwärtstrend fort, nachdem der Corona-Kursboom schon eine Weile Geschichte ist. Während der Hochphase der Pandemie hatte Zalando lange Zeit vom florierenden Online-Handel profitiert. Im Sommer vergangenen Jahres hatte der Kurs des seit 2014 an der Börse notierten Papiers mit 105,90 Euro ein Rekordhoch erreicht. Damals war das Unternehmen fast 28 Milliarden Euro wert. Davon ist inzwischen nur noch gut ein Fünftel übrig./mis/edh

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