ROUNDUP 3: Delivery Hero veräußert deutsche Lieferdienste - Aktie hebt ab

Freitag, 21.12.2018 14:11 von dpa-AFX - Aufrufe: 1908

Eine Salamipizza (Symbolbild).
Eine Salamipizza (Symbolbild).
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BERLIN (dpa-AFX) - Die Essenlieferdienste Foodora, Lieferheld und Pizza.de wechseln in Deutschland den Besitzer: Das Berliner Unternehmen Delivery Hero verkauft sein Geschäft hierzulande für rund 930 Millionen Euro an den Konkurrenten Takeaway.com . Die Niederländer betreiben schon das Portal Lieferando.de. Auf lange Sicht sollen Kunden dann nur noch dort bestellen.

Ziel sei es, alle Plattformen zusammenzuführen, sagte ein Sprecher aus Amsterdam am Freitag. Der Verkauf muss noch von den Takeaway-Aktionären genehmigt werden. Die Unternehmen wollen den Deal in der ersten Jahreshälfte 2019 abschließen. Danach sollen die Portale innerhalb von sechs Monaten zusammengelegt werden - das könnte also bis Ende 2019 passieren.

Die Niederländer wollen damit ihre Bestellungen in Deutschland verdoppeln - und es gebe auch dann noch "gewaltige Wachstumsmöglichkeiten", erklärte Takeaway-Vorstandschef Jitse Groen. Dass es am Ende nur noch eine Plattform geben soll, soll auch das Marketing einfacher machen, wie ein Sprecher sagte.

Bei den Anlegern kamen die Pläne gut an. Ein Händler sprach von einem "strategisch vorteilhaften Deal". An der Börse zog die Delivery-Hero-Aktie kräftig an und lag am frühen Nachmittag noch über 10 Prozent im Plus. Unter Analysten kristallisierte sich in ersten Kommentaren eine Win-Win-Situation für beide Seiten heraus. Delivery Hero werde der Verkauf mit einem rund 35 Prozent hohen Aufschlag auf die letzte Bewertung schmackhaft gemacht, rechnete Analystin Sherri Malek vom Analysehaus RBC vor.

Der Markt für online bestelltes Essen gilt vor allem in großen Städten als zukunftsträchtig. Delivery Hero war erst im Sommer 2017 an die Börse gegangen. Über eine Fusion der beiden Schwergewichte des hart umkämpften Liefermarkts wird schon länger spekuliert. Takeaway ist in Deutschland für seine Marke Lieferando bekannt, ein weiterer großer Rivale ist Deliveroo.

Diese Transaktion verbessere die Positionierung von Delivery Hero, sagte Unternehmenschef Niklas Östberg. Ungeachtet des Verkaufs des Deutschlandgeschäfts würden die Umsatzziele für 2019 übertroffen. Das Unternehmen werde zudem einen Anteil an Takeaway.com halten und über mehr liquide Mittel verfügen. Für Takeaway.com ermöglicht der Deal nach Angaben von Firmenchef und -Gründer Jitse Groen, das Angebot für Verbraucher und Restaurant-Partner in Deutschland zu verbessern.

Beobachter äußerten sich positiv: Der Portfolio-Umbau sei für beide Unternehmen angesichts des starken Wettbewerbs in Deutschland eine Chance, sagte ein Börsianer am Morgen.

Delivery Hero geht davon aus, durch die Aktienbeteiligung einen Anteil von ungefähr 18 Prozent an Takeaway.com aufzubauen. Rund die Hälfte des Barerlöses von etwa 508 Millionen Euro will der Konzern in weiteres Wachstum investieren. Delivery Hero erwartet einen zusätzlichen Umsatz von 45 Millionen Euro im kommenden Jahr und ab 2020 zusätzliche Erlöse von 81 Millionen pro Jahr Euro. Für 2019 peilt Delivery Hero nun einen Umsatz zwischen 1,08 Milliarden und 1,15 Milliarden Euro an. Der angepasste operative Verlust (Ebitda) soll bei 270 Millionen bis 320 Millionen Euro liegen./hbr/DP/tav/stk


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