Freitag, 21.01.2022 15:41 von dpa-AFX | Aufrufe: 171

ROUNDUP 2/Ukraine-Konflikt: USA und Russland setzen Krisengespräche fort

Die Flagge der Ukraine. pixabay.com

GENF (dpa-AFX) - Die USA wollen angesichts der Spannungen im Ukraine-Konflikt in der kommenden Woche auf Russlands Sorgen um die Sicherheit in Europa schriftlich antworten. US-Außenminister Antony Blinken kündigte am Freitag nach einem Krisengespräch mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow an, Washington werde dann auf ein von Moskau im Dezember vorgelegtes Papier reagieren. Lawrow sagte nach dem Treffen, dass dann über weitere Schritte gesprochen werden solle. Russland hatte von den USA und der Nato Sicherheitsgarantien gefordert und will etwa eine Aufnahme der Ukraine in das Militärbündnis verhindern. Das lehnt der Westen in dieser Form ab.

Ein Durchbruch war bei den Verhandlungen in einem Hotel am Genfersee nicht erwartet worden. Allerdings galt das Treffen der beiden Chefdiplomaten angesichts der gespannten Lage um die Ukraine schon als positives Zeichen. "Aber ich glaube, wir sind jetzt auf einem klaren Weg, was das Verständnis der gegenseitigen Anliegen und Positionen angeht", sagte Blinken. "Und wir haben vereinbart, danach weitere Gespräche zu führen."

Blinken und Lawrow, die sich mit Handschlag begrüßt hatten, bezeichneten den Austausch über die gegenseitigen Interessen und Sorgen als "nützlich", "substanziell" und "offen". Sie vereinbarten bei dem Treffen, das mit anderthalb Stunden etwas schneller als erwartet über die Bühne ging, dass sie weiter an einer friedlichen Lösung der Krise interessiert seien. Lawrow und Blinken traten nach ihrem Treffen getrennt vor die Journalisten.

Die Entspannungsbemühungen laufen seit vergangener Woche auf Hochtouren, haben aber bislang keine greifbaren Ergebnisse gebracht. Die USA und ihre westlichen Verbündeten verlangen einen Rückzug der an der ukrainischen Grenze zusammengezogenen 100 000 russischen Soldaten ins Hinterland. Russland dagegen will schriftliche Sicherheitsgarantien und ein Ende der Osterweiterung des westlichen Militärbündnisses Nato.

Blinken sagte erneut, die USA wollten die Ukraine im Konflikt mit Russland weiter unterstützen. "Wir setzen auf Diplomatie und Dialog (...). Aber gleichzeitig sind wir auf dem Weg der Verteidigung und Abschreckung." Zugleich verteidigte er die Lieferungen von Waffen an das Land. Russland hatte wiederholt dazu aufgerufen, die Ukraine nicht weiter aufzurüsten, weil dies militärische Spannungen schürte und das Land ermuntern könnte, etwa den Donbass anzugreifen, um sich dort die abtrünnigen Teile der Gebiete Luhansk und Donezk zurückzuholen. Beobachter auch in der Ukraine hatten erklärt, dass nichts auf Kriegsvorbereitungen hindeute./cy/DP/stw

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