Donnerstag, 30.06.2022 12:51 von dpa-AFX | Aufrufe: 817

ROUNDUP 2: Habeck befürchtet Nord-Stream-Blockade - Uniper in Bedrängnis

Der Grünen-Politiker Robert Habeck. Foto: Superbass / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons) (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2018-03-12-Robert_Habeck-hart_aber_fair-8081.jpg), „2018-03-12-Robert Habeck-hart aber fair-8081“, Zuschnitt von ARIVA.DE, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode

(Reaktion Fortum)

MÜNCHEN/BERLIN (dpa-AFX) - Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck befürchtet ein vollständiges Ausbleiben russischer Gaslieferungen durch die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream. Es drohe ab dem 11. Juli "eine Blockade von Nord Stream 1 insgesamt", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag bei einem "Nachhaltigkeitsgipfel" der "Süddeutschen Zeitung". Deswegen könne es im Winter wirklich problematisch werden. Die Gasversorgung über den Sommer sei gewährleistet.

Mitte Juni hatte Russland unter Verweis auf technische Probleme die Lieferungen durch Nord Stream bereits stark gedrosselt. Als Reaktion darauf hatte die Bundesregierung die Alarmstufe im Notfallplan Gas ausgerufen. "Gas ist von nun an ein knappes Gut in Deutschland", hatte Habeck gesagt. Er hatte ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, damit der Gasverbrauch in der Industrie sinkt und Gas stattdessen eingespeichert werden kann.

Die Appelle und Maßnahmen zur Verringerung des Gasverbrauchs zeigen nun offenbar Wirkung: Bundesweit lag der Gasverbrauch zwischen Januar und Mai bei rund 460 Milliarden Kilowattstunden, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Donnerstag mitteilte. Das waren demnach 14,3 Prozent weniger als in den ersten fünf Monaten des Vorjahres.

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Seit Mitte Juni erhält Uniper, das mehrheitlich dem finnischen Versorger Fortum gehört, nach eigenen Angaben nur noch 40 Prozent der vertraglich zugesicherten Gasmengen von Gazprom und muss teuer Ersatzmengen beschaffen. Das Unternehmen geht davon aus, dass im Falle der Feststellung und Bekanntgabe der Gasmangellage durch die Bundesnetzagentur die derzeitigen Belastungen teilweise an die Kunden weitergegeben werden können.

Fortum sieht auch Deutschland in der Pflicht. Nötig sei eine "nationale und industrieweite Anstrengung", teilten die Finnen am Donnerstag mit. Wie hoch und wie eine mögliche Unterstützung ausfallen müsste, wollte Fortum nicht kommentieren. Uniper habe einen von Fortum gewährten Kreditrahmen von acht Milliarden Euro teilweise ausgenutzt, hieß es weiter. Uniper sollte in der Lage sein, seine Verpflichtungen zu erfüllen, auch wenn die Gaskürzungen in Deutschland durch Russland anhielten oder sich sogar ausweiteten.

Die im MDax notierte Uniper-Aktie des Unternehmens brach am Donnerstag ein. Im frühen Handel verlor das Papier zwischenzeitlich knapp 23 Prozent, konnte die Verluste anschließend aber reduzieren. Mit rund 14 Euro kostete das Papier zuletzt so wenig wie seit 2017 nicht mehr. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste auf nunmehr fast 70 Prozent./hoe/DP/stw

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