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ROUNDUP 2: Beiersdorf-Chef Heidenreich verlängert Mandat nicht

Donnerstag, 21.06.2018 15:15 von dpa-AFX

(Neu: Aktienkurs, Analyst, Hintergrund)

Nivea ist eine Marke von Beiersdorf.
Nivea ist eine Marke von Beiersdorf. pexels.com
HAMBURG (dpa-AFX) - Dem Nivea-Hersteller Beiersdorf (Beiersdorf Aktie) steht demnächst ein Chefwechsel ins Haus. Vorstandschef Stefan Heidenreich werde sein Mandat spätestens mit Ablauf seines Vertrags Ende 2019 niederlegen, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag in Hamburg mit. Darauf hätten sich Aufsichtsrat und Heidenreich in der Sitzung des Gremiums freundschaftlich verständigt. Unter Umständen werde Heidenreich sein Amt schon früher zur Verfügung stellen.

Die Aktie des Konzerns geriet infolge der Nachricht schwer unter Druck und rutschte als Dax-Schlusslicht um knapp 5 Prozent ab auf den niedrigsten Stand seit Anfang Mai. "Der Fortgang erhöht die Unsicherheit mit Blick auf das Top-Management und damit auch für die strategische Ausrichtung des Unternehmens", schrieb Baader-Analyst Andreas von Arx in einer ersten Einschätzung.

Heidenreich habe bei Beiersdorf sehr gute Arbeit geleistet, was sich auch im Aktienkurs widerspiegle, kommentierte ein Händler. Seit seiner Amtsübernahme habe sich der Kurs verdoppelt. Kritik hatte es zuletzt aber immer wieder wegen der Zurückhaltung der Hamburger bei Zukäufen für zusätzliches Wachstum sowie an der Dividendenpolitik gegeben. Auch bei der Profitabilität sehen Experten mit Blick auf die Konkurrenz noch Nachholbedarf.

So hatten bereits vor Monaten Gerüchte über mögliche Spannungen zwischen Heidenreich und dem Großaktionär von Beiersdorf, Michael Herz, die Runde gemacht. Eine Sprecherin des Konzerns wies die Spekulationen am Donnerstag erneut zurück. Das Verhältnis von Herz und Heidenreich sei seit Beginn der Zusammenarbeit sehr gut, sagte sie. Die Jahre bei Beiersdorf seien für Heidenreich sehr erfolgreich verlaufen, aber auch sehr fordernd. Der Manager habe sich nach reiflicher Überlegung für diesen Schritt entschieden, um auch anderen Dingen wieder Priorität einräumen zu können.

Analyst von Arx vermutet, dass Heidenreich vielleicht selbst der strategischen Ausrichtung des Konzerns mit Blick nicht mehr viel Potenzial beigemessen hat. Er steht seit 2012 an der Spitze des Konzerns und hat das Unternehmen konsequenter auf seine Kernmarken ausgerichtet sowie die Expansion in Schwellenländer vorangetrieben. Der Manager ist aber längst nicht der einzige Beiersdorf-Vorstand auf dem Absprung. Ende dieses Monats endet der Vertrag von Finanzchef Jesper Andersen, der ebenfalls nicht verlängert wird. Für die Nachfolge wurde bereits Dessi Temperley verpflichtet, die vom Schweizer Lebensmittelriesen Nestle kommt.

Mit der Weiterentwicklung des Konzerns in der Zeit nach Heidenreich will sich Beiersdorf bereits ab diesem Herbst befassen. Die künftige Strategie, die anstehenden Wachstumsinvestitionen ab 2019 sowie die Chef-Nachfolge werden Thema bei den Sitzungen des Aufsichtsrats im September und Dezember dieses Jahres sein, teilte der Konzern mit.

Mit der Ausarbeitung der Strategie wurde federführend Vorstandsmitglied Stefan De Loecker betraut, der bei Beiersdorf auch das Geschäft in den Schwellenländern verantwortet. De Loecker wird zugleich mit Wirkung ab 1. Juli zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Ob er sich damit automatisch Chancen auf den Chefsessel sichert, wollte Beiersdorf nicht kommentieren./she/stw/jha/