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Rebellischer Investor verhindert Megafusion

Freitag, 27.10.2017 09:51 von Handelsblatt

Die Chemiekonzerne Clariant und Huntsman müssen ihre Pläne für eine milliardenschwere Fusion absagen. Die beiden Chemiekonzerne sind am Widerstand aktivistischer Investoren gescheitert. Für die deutsche Evonik bietet das neue Chancen.

Außer Spesen nichts gewesen, so lautet das Fazit zu einem der größten Fusionsvorhaben in der Chemiebranche. Knapp ein halbes Jahr nach Bekanntgabe der Pläne haben die Schweizer Clariant und der US-Konzern Huntsman ihre Pläne aufgegeben, zusammen einen neuen Branchenriesen zu formen.

Der opponierende Investor White Tale, hinter dem das US-Unternehmen Standard Industries und der aktivistische Hedgefonds Corvex stehen, hat sich damit durchgesetzt. White Tale hatte seine Anteile an Clariant zuletzt auf 20 Prozent aufgestockt. Die Investorengruppe näherte sich damit einem Anteil von einem Drittel, mit dem sie die nötige Zustimmung der Generalversammlung von Clariant zu dem Fusionsvorhaben hätte blockieren können.

Man sei weiterhin überzeugt, dass der Zusammenschluss langfristig im besten Interesse aller Aktionäre gewesen wäre, bekräftigte Clariant-Chef Hariolf Kottmann am Freitagmorgen. Aber nachdem White Tale auf 20 Prozent aufgestockt habe und offenbar auch Unterstützung von weiteren Aktionären erhalten habe, sei man zu der Überzeugung gelangt, dass es besser wäre, „nicht in dieser Konfliktsituation zu bleiben“.

Huntsman und Clariant haben sich dabei darauf verständigt, auf Aufhebungszahlungen, wie sie ursprünglich vorgesehen waren, zu verzichten. Clariant vermeide damit Zahlungen von 210 Millionen Dollar (Dollarkurs), die laut Fusionsvertrag bei einem einseitigen Abbruch fällig geworden wären. Auch eine Strafzahlung von 60 Millionen Dollar, die bei einem negativen Votum der Generalversammlung fällig geworden wäre, ist nicht mehr vorgesehen. Die Clariant-Aktie legte im frühen Handel an der Schweizer Börse um gut ein Prozent zu.

Clariant möglicher Übernahmekandidat

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