Ölpreise sinken - Corona-Krise dämpft Nachfrage

Donnerstag, 26.03.2020 17:35 von dpa-AFX - Aufrufe: 314

Eine Bohrinsel im Meer (Symbolbild)
Eine Bohrinsel im Meer (Symbolbild)
© nielubieklonu / iStock / Getty Images Plus / Getty .

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Donnerstag gesunken. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise werden immer deutlicher und dämpfen die Nachfrage nach Rohöl. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 26,63 US-Dollar. Das waren 76 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI sank um 1,31 Dollar (Dollarkurs) auf 23,19 Dollar.

Der weltweit starke Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität belastet die Ölpreise. Die drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie schlagen jetzt in den USA mit voller Wucht auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt durch. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg dort in der Woche bis 21. März etwa um das Zehnfache von 282 000 auf nunmehr rund 3,3 Millionen. Das war der höchste Wert seit Beginn der Datenerhebung.

"Die Nachfrageprognosen für Öl (Rohöl) sind im freien Fall", kommentierte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank (Commerzbank Aktie) die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Ölmarkt. Allerdings verwies Weinberg auf die Terminkurve als Indikation für die Markterwartungen. Demnach geht der Markt von einer deutlichen Verbesserung der Situation in der zweiten Jahreshälfte aus.

"Während der Mai-Kontrakt für Brentöl aktuell bei rund 27 Dollar notiert, liegt der Preis für eine Lieferung im Dezember schon bei 38 Dollar je Barrel", sagte der Commerzbank-Experte. Allerdings schränkte Weinberg ein, dass es doch fraglich sei, ob die Nachfrage im Jahresverlauf so stark steigen werde.

Am US-Ölmarkt zeigte man sich darüber hinaus wegen des wachsenden Angebotsüberschusses besorgt. Es gibt Erwartungen, dass die Lagerbestände an Rohöl in den nächsten Wochen und Monaten stark anschwellen werden. Nach wie vor gibt es keine Entspannung im Preiskrieg zwischen der OPEC-Führungsnation Saudi-Arabien und Russland. Sollten sich die führenden Ölfördernationen nicht auf eine drastische Reduzierung der Fördermenge einigen, ist nach Einschätzung der Schweizer Privatbank Pictet bis zum Jahresende von einem Ölpreis in der Spanne zwischen 20 und 25 Dollar auszugehen./jsl/he


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