Ölpreise geben leicht nach

Dienstag, 29.09.2020 12:57 von dpa-AFX - Aufrufe: 173

Offshore-Plattform (Symbolbild).
Offshore-Plattform (Symbolbild).
© curraheeshutter / iStock / Getty Images Plus / Ge.

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Dienstag bis zum Mittag leicht gefallen und haben einen Teil ihrer Aufschläge vom Wochenauftakt abgegeben. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 42,23 US-Dollar. Das waren 20 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 18 Cent auf 40,42 Dollar (Dollarkurs).

Händler erklärten die leichten Preisabschläge mit einer Gegenbewegung auf die Aufschläge vom Montag. Einige Investoren hätten Gewinne mitgenommen, hieß es. Beim Blick in die Zukunft überwog am Markt zuletzt der Pessimismus: Es werde bis 2022 dauern, bis sich der Markt vollends von den Auswirkungen der Corona-Krise erholt hat.

Kurzfristig gebe aber die Hoffnung auf ein neues Konjunkturprogramm in den USA Rückenwind, hieß es von Commerzbank-Experte Carsten Fritsch. Hierdurch würde sich die Nachfrageperspektive aufhellen. Fritsch machte diese Hoffnungen auch für die bessere Stimmung an den Aktienmärkten verantwortlich, wodurch der Ölpreis ebenfalls profitiere.

Neben der zuletzt besseren Stimmung an den Aktienmärkten stützte auch der schwächere US-Dollar die Preise. Beides kommt Erdöl zugute, weil der Rohstoff zum einen eine riskantere Anlage ist. Zum anderen wird Öl (Rohöl) international in Dollar gehandelt. Fällt der Dollarkurs, wird Rohöl für Interessenten außerhalb des Dollarraums rechnerisch günstiger, was die Nachfrage von dort belebt.

Als Belastung führten die Commerzbank-Analysten nicht nur den anhaltenden Druck durch die Corona-Pandemie an, auch die Politik begrenze das Potenzial. So habe es Berichte über eine Verdopplung der Öllieferungen des Iran gegeben. Wenn es dem Land tatsächlich gelungen wäre, die strikten US-Sanktionen zu umgehen, dann käme "das zusätzliche iranische Öl zu einem Zeitpunkt an den Markt, an dem die Nachfrage schwächelt und mit Libyen ein weiteres Land an den Ölmarkt zurückkehrt", hieß es.

Auf der anderen Seite könnte der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan die Lieferung von rund 600 000 Barrel Rohöl gefährden, so Fritsch./ssc/jkr/zb


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