Muddy Waters erklärt Short-Position in Ströer SE Co. & KGaA und veröffentlicht Bericht

Donnerstag, 21.04.2016 13:10 von DGAP - Aufrufe: 1461

DGAP-Media / 21.04.2016 / 13:07
 
 San Francisco, CA, USA / Köln, 21. April 2016 - Muddy Waters Capital LLC
 ("Muddy Waters"), eine führende aktivistische Investmentgesellschaft, hat
 das deutsche börsennotierte Unternehmen Ströer SE Co. & KGaA (ISIN
 DE0007493991; zusammen mit ihren Rechtsvorgängern, "Ströer") auf Basis
 öffentlich verfügbarer Informationen analysiert und heute das Ergebnis und
 die Schlussfolgerungen ihrer Analyse veröffentlicht. Der von Muddy Waters
 gemanagte Fonds hält eine Short-Position in Ströer, was zu
 Interessenskonflikten führen kann. Untenstehend befindet sich eine Liste
 mit wesentlichen Feststellungen, die in dem vollständigen Bericht mit dem
 Titel "Ströer: Blue Sky or Being Taken for a Ride?" ("Ströer: Eitel
 Sonnenschein oder Augenwischerei?") ausgeführt werden. Der Bericht kann auf
 www.muddywatersresearch.com eingesehen werden.
 Zusammenfassung des Berichts
 
 Aus unserer Sicht ist die Ströer SE Co. & KGaA ("Ströer") nicht das
 Unternehmen, wofür es der Markt anscheinend hält. Unserer Ansicht nach
 liegen das organische Wachstum, der operative Cash Flow und der freie Cash
 Flow signifkant unter den von Ströer berichteten Angaben. Dieser Umstand
 stellt den Kern des Investment Case für Ströer in Frage. Wir haben darüber
 hinaus ernsthafte Zweifel an der Corporate Governance bei Ströer, und diese
 Zweifel sind untrennbar mit unserer Einschätzung zur Profitabilität und den
 Cash Flows des Unternehmens verknüpft.
 
 Ströers Corporate Governance erinnert uns an chinesische Unternehmen, die
 wir in der Vergangenheit analysiert haben. In einem Fall hat Ströer
 beispielsweise mit Insidern bereits eine Einigung zum Erwerb eines
 Unternehmens von den Insidern getroffen, bevor diese das Unternehmen selbst
 erworben haben. Aufgrund der Strukturierung dieser Transaktion ist es nicht
 möglich, genau zu sagen, wie viel die Insider dabei verdient haben - wir
 gehen allerdings davon aus, dass rund 22,5 Millionen Euro auf ein nur sechs
 Monate zuvor getätigtes Cash-Investment von 2 Millionen Euro eine
 angemessene Schätzung ist. Mit den Insidern verbundene Unternehmen sind
 sowohl Nutzer als auch Eigentümer der Werbeflächen von Ströer OOH, was wir
 als unangemessen betrachten und was wiederum die Frage aufwirft, ob das
 Unternehmen über ausreichende interne Kontrollmechanismen verfügt.
 
 Wir haben einen Fall identifiziert, in dem ein zuvor als
 Schlüssel-Akquisition bezeichnetes Unternehmen im Digitalbereich
 gescheitert ist, wobei sich Gesellschaft und Management aus unserer Sicht
 bis heute der Verantwortung entzogen haben. Daher ist es vielleicht nicht
 überraschend zu lesen, wie sich ein hochrangiger Manager von Ströer
 öffentlich zur Akquisitionsstrategie im Digitalbereich geäußert hat -
 unserer Meinung nach sprechen seine Äußerungen für eine ungeniert
 leichtfertige Einstellung zum Thema Kapitalallokation.
 
 Insider haben zudem Aktien im Wert von mehreren hunderten Millionen Euro
 veräußert und ihre Transaktionen dabei allem Anschein nach nicht einmal
 korrekt gemeldet - damit haben sie möglicherweise gegen geltendes Recht
 verstoßen. Es ist unsere Überzeugung, dass der Aufsichtsrat von Ströer
 nicht mehr ausreichend unabhängig ist, seit das Unternehmen mit der
 Umsetzung seiner Digitalstrategie im Jahr 2013 begonnen hat. Dieser Umstand
 hat aus unserer Sicht dazu beigetragen, die Rahmenbedingungen für die
 vorstehenden fragwürdigen  Handlungen zu schaffen sowie für weitere ernst
 zu nehmende Themen, über die wir in unserem Report berichten.
 
 Wir sind der Überzeugung, dass Ströer die Zahlen für das organische
 Wachstum des Unternehmens in den Jahren 2014 und 2015 substanziell zu hoch
 angegeben hat. Wir können nicht beurteilen, ob diese unserer Meinung nach
 überhöhten Zahlen das Ergebnis von Inkompetenz sind oder der Versuch,
 Investoren in die Irre zu führen. Unserer Einschätzung nach hätte eine
 akkurate Berechnung des organischen Wachstums im Digitalbereich für das
 Jahr 2015 eine Wachstumsrate von lediglich 2,5% ergeben.
 
 Wir passen den freien Cash Flow von Ströer für das Jahr 2015 nach unten an,
 und zwar um a) EUR 24,8 Millionen, weil wir uns außerstande sehen, gewisse
 Positionen in der Bilanz und den Cash Flow Statements miteinander zu
 vereinbaren, was uns an der Buchführung von Ströer zweifeln lässt, und b)
 um EUR 26,9 Millionen für den Erwerb von Minderheitsbeteiligungen. Wir
 setzen zudem den operativen Cash Flow von Ströer für das Jahr 2015 herab
 weil wir vermuten, dass das Unternehmen die Zahlungsziele seiner
 kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen stark auf 118 Tage ausgedehnt hat, im
 Vergleich zu einem Drei-Jahres-Durchschnitt von nur 95 Tagen. Wir glauben,
 dass Ströer sein EBITDA durch sonstige betriebliche Erträge künstlich
 aufbläht sowie durch bestimmte kapitalisierte aktivierte Ausgaben, von
 denen wir annehmen, dass sie ordnungsgemäß eher als Betriebsausgaben
 verbucht werden müssten.
 
 Ströers Angaben zum Cash Flow per Jahresende 2015 weisen fälschlicherweise
 aus, dass Ströer unterjährig keine Fremdmittel aufgenommen habe, was nicht
 zutrifft. Denn das Cash Flow-Statement weist lediglich die
 Fremdmittelaufnahme abzüglich Tilgung aus, anstatt der
 Brutto-Fremdmittelaufnahme. Dies scheint uns ein Verstoß gegen die
 IFRS-Rechnungslegungsstandards zu sein und generiert unserer Überzeugung
 nach den unzutreffenden Eindruck, Ströer sei imstande, sich unterjährig aus
 Cash Flow und Barmitteln zu finanzieren. Unserer Meinung nach hat die
 Wirtschaftsprüfungsgesellschaft von Ströer damit einen klaren Fehler
 begangen, indem sie diese aus unserer Sicht irreführende Form der
 Darstellung im jährlichen Cash Flow-Statement zugelassen hat.
 
 Das Video-Außenwerbeflächen-Geschäft von Ströer, Infoscreen, scheint in
 Sachen Profitabilität ein bemerkenswerter Ausreißer in der Industrie zu
 sein. Seit Infoscreen von Ströer umklassifiziert und neuerdings dem
 Digital-Geschäft zugerechnet wird, ist es integraler Bestandteil der Ströer
 Wachstumsstory im Digitalbereich. Wir sind überzeugt, dass Investoren
 Infoscreen kritisch hinterfragen sollten.
 
 Als Ergebnis der oben genannten Feststellungen, erscheint uns der
 Investment Case von Ströer künstlich aufgebläht.
 
 Über Muddy Waters Capital LLC 
 
 Muddy Waters Capital LLC ist (gemeinsam mit Muddy Waters LLC) ein
 alternatives Investmentunternehmen und zählt zu den Pionieren eines 
 umfassend recherchierten, aber frei verfügbaren Investment Researchs. In
 einem aufwendigen Prozess analysiert Muddy Waters den Kern der Unternehmen
 und durchdringt dabei jene Intransparenz, die oft von scheinbar
 respektablen, jedoch willfährigen Kanzleien, Wirtschaftsprüfern und einem
 korrupten Management geschaffen wurden. Ziel von Muddy Waters ist es, den
 wahren Wert des Unternehmens zu ermitteln. Die Gesellschaft ist stolz
 darauf, in der Lage zu sein, die von manchem Management ergriffenen
 Verschleierungsmaßnamen und den um ein Unternehmen künstlich erzeugten Hype
 zu durchschauen sowie Bilanz- oder sonstigen Betrug ebenso wie fundamentale
 Probleme von Unternehmen weltweit aufzudecken. Zum Research Team von Muddy
 Waters gehören ehemalige Wirtschaftsprüfer, professionelle Ermittler,
 Bewertungsexperten und Unternehmer, von denen viele über Erfahrungen in der
 Führung von Unternehmen in den USA und in Schwellenländern verfügen.
 
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 Ende der Pressemitteilung
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Emittent/Herausgeber: Muddy Waters Capital LLC Schlagwort(e): Finanzen 21.04.2016 Veröffentlichung einer Pressemitteilung, übermittelt durch DGAP - ein Service der EQS Group AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich. Die DGAP Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen. Medienarchiv unter http://www.dgap-medientreff.de und http://www.dgap.de
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