Montag, 04.07.2022 06:00 von dpa-AFX | Aufrufe: 109

Lauterbach: Schulschließungen nicht gänzlich ausschließen

Karl Lauterbach Bundesminister für Gesundheit ©Bild: Martin Kraft (photo.martinkraft.com) https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

BERLIN (dpa-AFX) - Anders als der Kanzler und die FDP möchte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bei der anstehenden Vorbereitung auf eine große Corona-Welle im Herbst auch Schulschließungen nicht völlig ausschließen. "Ich halte sie für sehr, sehr unwahrscheinlich. Sie wären dann das allerletzte Mittel. Aber sie kategorisch auszuschließen, da wäre ich vorsichtig, weil: Wir wissen ja nicht, welche (Virus-)Varianten kommen", sagte der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will" auf wiederholte Nachfrage. Eine weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens durch einen Lockdown hält er als Schutzinstrument dagegen nicht mehr für nötig. "Dafür haben wir einfach einen zu guten Immunstatus in der Bevölkerung", erklärte er.

Die geplanten Maßnahmen sollten den Ländern die Instrumente geben, um verschiedene Szenarien abzudecken. "Wir müssen auch auf sehr schwere Varianten vorbereitet sein", sagte er. "Das muss ein umfänglicher Instrumentenkasten sein, also es kann keine Schmalspurangelegenheit sein."

Lauterbach verhandelt mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) über die künftig grundsätzlich möglichen Maßnahmen. Sie sollen an die Rechtsgrundlage für die inzwischen stark eingeschränkten Basis-Maßnahmen anschließen, die im September ausläuft. Buschmann hatte sich schon klar positioniert und öffentlich eine Reihe früher möglicher Schutzmaßnahmen ausgeschlossen, darunter Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte am Sonntag gesagt: "Schulschließungen sollte es nicht mehr geben."

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