Freitag, 21.01.2022 15:00 von dpa-AFX | Aufrufe: 178

Lagarde: Derzeit keine gefährliche Lohn-Preis-Spirale im Euroraum

Flagge der Vereinten Nationen. pixabay.com

FRANKFURT (dpa-AFX) - Europas Währungshüter gehen weiterhin von sinkenden Teuerungsraten im laufenden Jahr aus. Allerdings sei der Ausblick "mit großer Unsicherheit behaftet", sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, am Freitag bei einer Online-Veranstaltung des Weltwirtschaftsforums Davos.

In den vergangenen Monaten haben die Inflationsraten kräftig angezogen. In Deutschland lagen die Verbraucherpreise im Dezember um 5,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit kletterte die Teuerungsrate in Europas größter Volkswirtschaft auf den höchsten Stand seit Juni 1992. Im Euroraum lag die Inflation im Dezember bei 5,0 Prozent und damit so hoch wie noch nie seit der Euro-Einführung. Vor allem der starke Anstieg der Energiepreise sowie Lieferengpässe heizten die Teuerung an.

Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro weniger kaufen können als zuvor. Kritiker werfen der EZB vor, mit ihrer ultralockeren Geldpolitik inklusive milliardenschwerer Anleihenkäufe die Teuerung noch anzuheizen. Die Notenbank strebt im gemeinsamen Währungsraum ein stabiles Preisniveau bei einer jährlichen Teuerungsrate von 2 Prozent an und ist zumindest zeitweise bereit zu akzeptieren, dass diese Marke moderat über- oder unterschritten wird.

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