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Krypto-Hymne: Deutsche Rapper „hodln“ jetzt

Dienstag, 16.01.2018 16:12 von Björn Selck

Eine goldene Bitcoin-Münze.
Eine goldene Bitcoin-Münze. - © bodnarchuk www.gettyimages.de
Nachdem Kryptowährungen im vergangenen Jahr im medialen Mainstream angekommen sind, erfasst der Hype jetzt sogar die bis dato wenig finanzaffine Deutschrap-Szene – Kool Savas, Sido und andere predigen in „Hodln“ eine Buy-and-Hold-Strategie für Coins.

Auch wenn digitale Währungen nach den jüngsten Berichten über drohende Regulierungen Federn lassen mussten, bleiben Bitcoin, Ethereum und Co. ein Hype-Thema. Nachdem sich Hiphop-Urgestein Kool Savas bereits in der vergangenen Woche in einem Gespräch mit dem Krypto-Youtuber Dr. Julian Hosp ausführlich über digitale Währungen ausgetauscht hatte, widmet sich der seit den 1990er-Jahren aktive Rapper jetzt in einem Song gemeinsam mit Szenegrößen wie Sido dem Investment in Kryptowährungen. Der Ausdruck „Hodln“ bezeichnet dabei nichts anderes als das Halten der Krypto-Coins und geht auf einen Buchstabendreher im Forum bitcointalk.org zurück, wo ein User im Jahr 2013 statt „holding“ das Wort „hodling“ verwendet hatte.

„Kein Fiatgeld in der Tasche – alles auf meinem Wallet.“

An mehreren Stellen des Songs zeigen sich die Interpreten überzeugt von der Idee, dass Kryptowährungen das Finanzsystem revolutionieren könnten. So konstatiert der Berliner Rapper Sido, dass man Papiergeld „bald nur noch in den Ofen stecken“ könne; Yassin „hodlt“ in der vierten Strophe „das Komma nach rechts, bis es den Dollar ersetzt“. Die Hauptintention der rappenden Krypto-Investoren bleibt dabei – ein nicht ganz untypisches Motiv des Genres – der Profit. Mit Kryptoinvestments mache man, schenkt man Kool Savas Glauben, ohne Weiteres aus einem „Hunni ‘ne Million“. Der Rapper geht laut Refrain „nur rein, wenn es sich lohnt“ – Coin-Picking und Market-Timing scheinen ein Leichtes zu sein.

Ironische Auseinandersetzung mit dem Krypto-Hype

Natürlich ist das Rap mit einem gewissen Augenzwinkern. Wenn Sera Finale sich in der fünften Strophe fragt, warum er angesichts der Kurssteigerungen überhaupt „damals Lesen gelernt“ habe und Sido seinem Major-Label Universal ausrichten lässt, ab jetzt „nur noch Ethereum“ zu akzeptieren, dann ist das zweifellos ein ironischer Blick auf den Hype um die digitalen Währungen und ein Spiel mit Klischees.

Dennoch kann man nur hoffen, dass Rap-Hörer ohne finanzielle Bildung nicht beginnen, blind dem Hype hinterherzujagen. Denn ICOs können gefährlich sein und auch das Krypto-Investment ist bei Finanzprofis wie Warren Buffett oder der Finanzaufsicht BaFin alles andere als unumstritten. Zur Zeit der Dotcom-Blase investierten Börsenneulinge blind in Tech-Aktien – heute kaufen deutsche Rapper Kryptowährungen.

Wer sich selbst ein Bild von der musikalischen Auseinandersetzung mit Krypto-Investments machen möchte, kann das unter folgendem Link tun:

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