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KORREKTUR/Aktien Frankfurt: Dax schafft es im zögerlichen Handel knapp ins Plus

Montag, 23.04.2018 16:39 von dpa-AFX

(Korrigiert wird der Eurokurs im vorletzten Absatz.)

Blick auf den wichtigsten deutschen Finanzplatz: Frankfurt am Main.
Blick auf den wichtigsten deutschen Finanzplatz: Frankfurt am Main. pixabay.com
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist kraftlos in die neue Handelswoche gestartet. Frühe Verluste konnte der Leitindex am Montag aber immerhin aufholen, so dass er es am Nachmittag mit 0,13 Prozent leicht ins Plus schaffte. Mit zuletzt 12 557,00 Punkten behält er die Marke von 12 600 Punkten in Sichtweite, die sich in der Vorwoche als hohe Hürde erwiesen hatte.

Die mittelgroßen Werte traten zu Wochenbeginn mehr oder weniger auf der Stelle, wie der bei 25 980,62 Punkten fast unveränderte MDax zeigte. Der Technologiewerte-Index TecDax dagegen erholte sich von seinen überdurchschnittlichen Verlusten der vergangenen Handelstage. Er legte um 0,60 Prozent auf 2639,49 Zähler zu. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schaffte es moderat in die Gewinnzone.

Der Markt tut sich schwer mit der Richtungsfindung, weil Börsianer gespannt auf kommende Ereignisse blicken. Neben der anlaufenden Berichtssaison zählen im Wochenverlauf der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu, bei denen es wohl auch um die gegenseitigen Handelsbeziehungen gehen wird. "Investoren werden genau beobachten, welchen Ton Trump in den Gesprächen anschlägt", sagte Marktbeobachter Jochen Stanzl von CMC Markets.

Die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar sprachen am Montag von einer "kleinen Atempause", weil die Aufwärtsdynamik in den vergangenen Tagen merklich an Schwung verloren habe. Gleichzeitig warnten sie davor, dass der Markt nach einem Dax-Anstieg um 800 Punkte seit Anfang April mittlerweile einen "leicht überhitzten" Eindruck mache, so dass die Gefahr einer Konsolidierung nicht unterschätzt werden sollte.

Auf Unternehmensseite stand am Montag im Dax die Gesundheitsbranche im Fokus - mit einer eher schlechten Nachricht für die Aktionäre von Fresenius (Fresenius Aktie) Medical Care (FMC) . Die Papiere büßten nach einer gesenkten Umsatzprognose mehr als 3 Prozent ein und waren so abgeschlagen das Schlusslicht im Dax. Der Dialysespezialist bekommt Änderungen im US-Gesundheitssystem stärker zu spüren als gedacht.

Beim FMC-Mutterkonzern Fresenius sorgte die Absage der teuren Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn anfangs für große Erleichterung unter den Anlegern. Diese wich dann aber der Sorge vor einem langen Rechtsstreit, weshalb die Aktien ihre frühen Gewinne zeitweise komplett einbüßten. Zuletzt standen sie wieder mit einem halben Prozent im Plus.

Schwäche zeigten die Immobilienwerte, deren Anleger sich am jüngsten Anstieg der Marktzinsen stören. Papiere von Vonovia verloren im Dax gut 0,7 Prozent und Deutsche Wohnen (Deutsche Wohnen Aktie) im MDax sogar 1,4 Prozent. Für das Alltagsgeschäft von Kreditinstituten wird ein höheres Zinsniveau dagegen als förderlich angesehen: Die Aktien der Commerzbank (Commerzbank Aktie) legten an der Dax-Spitze knapp 1,8 Prozent zu.

Bei der Metro AG geht der jüngste Kurseinbruch wegen gesenkter Jahresziele am Montag ungebremst um 9 Prozent weiter. Experten blicken nun pessimistischer auf die Aktie: Während die Baader Bank ihre bisherige Kaufempfehlung aufgab, rät die britische HSBC nun sogar zum "Reduzieren" der Depotbestände. Laut Analyst Andrew Porteous untergräbt die Gewinnwarnung die Glaubwürdigkeit des Managements.

Positiv machten unter den Nebenwerten die Aktien von Borussia Dortmund auf sich aufmerksam. Sie schnellten um 8 Prozent hoch, nachdem der Fußballclub am Wochenende den direkten Verfolger Leverkusen mit einem hohen Sieg in die Schranken wies. In der Schlussphase der Saison werteten Händler dies als wichtigen Schritt hin zur Qualifikation für die lukrative Champions League.

Der Eurokurs blieb am Montag auf Talfahrt. Mit zuletzt 1,2238 Dollar (Dollarkurs) kostete die Gemeinschaftswährung wieder weniger als 1,23 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs vor dem Wochenende auf 1,2309 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,41 Prozent am Freitag auf 0,44 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,16 Prozent auf 139,54 Punkte. Der Bund-Future gab leicht um 0,08 Prozent auf 157,80 Punkte nach./tih/fba/tos

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---