Siemens will Energiesparte an die Börse bringen

Mittwoch, 15.05.2019 08:15 von Jewgeni Ponomarev


 
Joe Kaeser treibt die Restrukturierung des DAX®-Konzerns weiter voran. Zuletzt hat der Chef von Siemens angekündigt, im Rahmen der Strategie „2020+“, die zum 1. April neu formierte Energiesparte auszugliedern und bis September 2020 an die Börse zu bringen. In dem Geschäftsbereich sind neben dem schwächelnden Kraftwerksgeschäft, das unter dem Einbruch der Nachfrage nach Gasturbinen leidet, auch die Aktivitäten in den Bereich Öl und Gas sowie die Energieübertragung enthalten. Siemens will zudem auch seinen Mehrheitsanteil von 59 Prozent an dem Hersteller von Windkraftanlagen Siemens Gamesa in die neue Gesellschaft einbringen.

Die Transaktion wäre die größte Abspaltung in der Geschichte von Siemens. Das neue Unternehmen käme auf einen Jahresumsatz von rund 27 Mrd. Euro mit 88.000 Mitarbeitern. Kaeser will sich künftig auf das Kerngeschäft mit der Automatisierung von Fabriken (Digital Industries) und der Vernetzung von Gebäuden, Städten und Ländern (Smart Infrastructure) fokussieren. In den beiden Bereichen und der Verwaltung sollen allerdings insgesamt rund 10.000 Stellen abgebaut werden. Dadurch will Kaeser bis 2023 2,2 Mrd. Euro einsparen, allerdings kostet das Programm eine Mrd. Euro.

Vor dem Hintergrund sind die jüngsten Ergebnisse medial etwas untergegangen. Im vergangenen Quartal hat Siemens das bereinigte operative Ergebnis der Industriegeschäfte um sieben Prozent auf 2,4 Mrd. Euro gesteigert. Das lag etwas über den Gewinnschätzungen der Analysten laut Reuters. Der Auftragseingang legte um sechs Prozent auf 23,6 Mrd. Euro zu. Kaeser bekräftigte zudem die Prognose für das im September endende Fiskaljahr 2018/19.
 
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Umbau bei General Electric wird Jahre dauern

Beim schwer angeschlagenen Siemens-Wettbewerber General Electric schauen Investoren vor allem auf die Entwicklung des Cashflows. Im vergangenen Quartal hat das Industriegeschäft 1,2 Mrd. Dollar verbrannt. Das war deutlich weniger als die Analysten laut Bloomberg erwartet hatten, was für etwas Erleichterung bei Investoren gesorgt hat.

Vorstandschef Larry Culp, der den Konzernumbau vorantreibt, bestätigte dennoch, dass sich der Cash-Abfluss im Gesamtjahr auf bis zu zwei Mrd. Dollar belaufen werde. Zwar ist das Geschäft mit Flugzeugmotoren im vergangenen Quartal deutlich gewachsen, allerdings bekommt es die Produktionskürzung bei der Boeing 737 Max zu spüren. Gleichzeitig leidet das Energietechnikgeschäft unter der Nachfrageschwäche bei Gasturbinen. Culp betonte, dass die Restrukturierung des Konzerns noch Jahre dauern werden.Die GE-Aktie hat sich in den vergangenen Monaten deutlich erholt. Dennoch ist der Börsenwert mit 86,1 Mrd. Dollar (76,9 Mrd. Dollar) aktuell deutlich niedriger als jener von Siemens (89,6 Mrd. Euro).
 
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Quelle: HSBC


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