Scale-Marktbericht: Kein Fintech überzeugt

Montag, 15.04.2019 11:28 von Frankfurter Börsenexperten

Während Unternehmen wie der "grüne" Anbieter von Blockheizkraftwerken, 2G Energy, weiter enorme Kursgewinne aufweisen, haben andere heftige Verluste erlitten. Fintechs bleiben auf der Verliererseite.

15. April 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Den deutlichen Kursanstieg des DAX hat das Scale-Segment in den vergangenen Wochen nicht mitgemacht: Der Scale-All-Share-Index, der die Entwicklung aller Scale-Aktien widergibt, liegt am Freitagmorgen bei 1.103 Punkten und damit etwas unter dem Niveau vor einem Monat. Der Auswahlindex Scale 30 notiert bei 1.021 Punkten, etwas höher als vor vier Wochen.

Die Entwicklungen innerhalb des Segments für kleine und mittelgroße Unternehmen laufen extrem auseinander: Auf der einen Seiten stehen Adressen wie der Anbieter von Blockheizkraftwerken 2G Energy (WKN A0HL8N) mit einem Plus von 63 Prozent auf Zwölfmonatssicht. Auch Publity (WKN 697250) gehört mit 47 Prozent nun zu den Top-Performern. Auf Platz drei und vier finden sich das Fondsemissionshaus Lloyd Fonds (WKN A12UP2) mit 44 Prozent und der CAD/CAM-Spezialist Mensch- und Maschine (WKN 658080) mit 38 Prozent. Im Fall von Publity ging dem Anstieg allerdings ein rasanter Verfall voraus: Der Finanzinvestor für Gewerbeimmobilien hatte zwischen Dezember 2017 und März 2018 rund zwei Drittel an Wert verloren, scheint nun aber das Vertrauen der Aktionäre wiedererlangt zu haben.

Einige Fintechs unter den Schlechtesten

Auf der anderen Seite finden sich Unternehmen, die in den vergangenen zwölf Monaten 70 oder gar 90 Prozent an Wert verloren haben. Ganz hinten liegt auf Zwölfmonatssicht nun das Fintech-Unternehmen MyBucks (WKN A2AJLT), gefolgt vom Streaming-Dienst Pantaflix (WKN A12UPJ), der Beteiligungsgesellschaft mic (WKN A0KF6S) und dem Fintech-Unternehmen The Naga Group (WKN A161NR).

Insgesamt fällt auf, dass sich die in Scale gelisteten Fintechs schwer tun. Es sind klassische produzierende Unternehmen mit speziellen Produkten oder auch Fonds- und Immobiliengesellschaften, die von der Performance her vorne liegen. Wirklich überzeugen kann kein Fintech: Auch die FinLab AG (WKN 121806), ein Fintech-Inkubator, und die Fintech Group (WKN FTG111) kommen auf Jahressicht auf ein Minus.

Kursverdopplung erwartet

Analysten halten einige Scale-Werte weiterhin für viel zu billig: So rät SMC Research beim Immobilienunternehmen Noratis (WKN A2E4MK) zu "Buy", das Kursziel liegt jetzt bei 31,30 Euro, weit oberhalb der aktuellen Notierung von 22,60 Euro. Mit den vorläufigen Zahlen für 2018 hat Noratis die Schätzungen der SMC-Analysten punktgenau erreicht bzw. sogar leicht übertroffen. Die Dividendenrendite von 6,1 Prozent unterstreiche die attraktive Bewertung, hieß es.

Auch den IT-Spezialisten mVise (WKN 620458) stufen die Analysten weiter auf "Buy" und erhöhen das Kursziel sogar noch leicht von 7 auf 7,10 Euro. Das entspräche fast einer Verdopplung gegenüber dem aktuellen Kurs von 3,87 Euro. Mit einem Umsatz von 22,5 Millionen Euro 2018 habe das Unternehmen den Vorjahreswert um mehr als 50 Prozent übertroffen, sei allerdings hinter der eigenen Prognose und Analystenschätzungen zurückgeblieben. Das Gesamtbild bleibe aber überzeugend.

Basierend auf vorläufigen Ergebnissen und aktualisierten NAV-Zahlen hat Warburg Research die positive Bewertung von Blue Cap (WKN A0JM2M) bestätigt und ein Kursziel von 33 Euro genannt. Das wäre ebenfalls fast eine Verdopplung gegenüber dem aktuellen Kurs von 17,50 Euro. Begründet wird das insbesondere mit der positiven operativen Entwicklung des Blue Cap-Konzerns sowie der zügig eingeleiteten Restrukturierung der Knauer-Uniplast Gruppe. Blue Cap ist eine Industrieholding, die in mittelständische und produzierende Unternehmen in Umbruchsituationen investiert.

© Deutsche Börse AG
von: Anna-Maria Borse, 12. April 2019

 

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