Korrekturmodus im DAX nach der EZB - nachhaltig?

Sonntag, 10.03.2019 16:29 von Andreas Mueller

Nun wurde wieder der Rückwärtsgang eingeschaltet. Die erste volle Handelswoche im Börsenmonat März endete für den DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) mit einem Minus von 1,2 Prozent. Damit sieht das Gesamtbild der Handelswoche konträr zur Vorwoche aus. Wir verzeichneten nur einen Tag mit Gewinn und 4 Verlusttage - genau umgekehrt zur Kalenderwoche 9. Dabei waren die Verluste jedoch nicht stark, ebenso wie die Volatilität.

Die starke Wocheneröffnung über 11.600 Punkten wurde vor XETRA-Schluss gleich am Montag abverkauft. Die Anziehungskraft der Kurslücke (GAP) war deutlich zu spüren und lockte im Chart einige Trader an.

 

 

So ein Trading-Setup ist für mich immer wieder ein guter Grund, mit einer Stopp-Order in den Markt zu gehen. Dies funktionierte dann gleich zum Wochenstart gut:

 

 

An den folgenden Handelstagen konnte sich der Index zwar immer wieder über die Marke von 11.600 kämpfen, doch nachhaltig sah das Ganze nicht aus. Der Bereich war und ist ein deutlicher Widerstand. Hierzu ein kleines Bild aus der Vorwochenanalyse, aus der die Relevanz noch einmal hervorgeht und die auch mit "solides Niveau 11.600" betitelt war:

 

 

Nach diesen drei "Testtagen" kam am Donnerstag die EZB-Sitzung und war Impulsgeber für die Marktentwicklung. Sie verlief abwärts gerichtet und durchbrach die bisherigen Wochentiefs. Hier sprach EZB-Chef Mario Draghi eine Fortsetzung der Niedrigzinspolitik bis mindestens Ende 2019 an. Dabei sollen die Geschäftsbanken jedoch wieder stärker unterstützt werden und damit die Kreditvergabe in der Wirtschaft ankurbeln. Ein entsprechendes Programm startet schon im September und geht bis März 2021 - die nun dritte große "Finanzspritze" der Europäischen Zentralbank.

 

Zweifelsohne wirkt sich dies auf die Gemeinschaftswährung aus und brachte diese unter Druck. Der Euro notierte am Donnerstagabend zum Dollar auf neuem Jahrestief kurzzeitig unter 1,12:

 

 

Ein Unterschreiten in diesem Wochenchart birgt erhebliches Abwärtspotenzial. Wer sich hierzu im Bereich Forex noch weiterbilden oder erstmals annähern möchte, dem sei dieses kostenfreie eBook ans Herz gelegt.

 

Weiterer Belastungsfaktor war die schwächere Wall Street, welche zur Wochenmitte den Aufwärtstrend in der großen Zeitebene durchbrochen hatte - und dies recht nahe vor dem Allzeithoch:

 

 

Kein Wunder also, dass der DAX hier nach einer Unterstützung suchen musste und diese am Freitag dann im Zuge des US-Arbeitsmarktes mit der 11.400 auch finden konnte:

 

 

Auch hier war das GAP-Trading als Setup anwendbar, wie man im Chartbild noch einmal sieht. Können wir auf diese Unterstützung nun weiter bauen?

 

Um darauf eine Antwort zu finden, greife ich zuerst das große Bild der Vorwoche auf und skizziere erneut den 11.600er-Bereich als Widerstand:

 

 

Erst ein Durchbruch würde Potenzial bis zur nächsten runden 1.000er-Marke aufzeigen. Die Chance besteht weiterhin, da der Aufwärtstrend der letzten Wochen noch immer intakt scheint. Zoomt man aus diesem Chartbild von 13 Monaten den jüngsten Bereich im Tageschart heraus, dann sieht man die Bewegung seit Ende November als Aufwärtstendenz deutlicher:

 

 

Da sich der Markt um 11.400 erneut fangen konnte, ist dies noch kein Zeichen für einen drohenden Abverkauf. Im Gegenteil - es könnte auch nur eine Konsolidierung sein, die nun mit Schwung erneut über die 11.600 führen kann.

Kurzfristiger betrachtet ist die 11.400, wie im Chartbild von Freitag gezeigt, eine Unterstützung im Markt. Sie vollzieht sich nun bereits über 3 Wochen:

 

 

Daraus ergibt sich für mich ein klares Short-Szenario, sollte die 11.390 / 11.400 unterschritten werden. Auf der Oberseite ist kurzfristig die 11.520 interessant, als Schlusskurs vom Donnerstag (XETRA) und nahe dem Hochpunkt der letzten Februarwoche. Kann sich der DAX darüber etablieren, wäre mein nächstes Ziel dann das erneute Ansteuern des übergeordneten 11.600er-Bereichs und damit verbunden die Möglichkeit, weiter im Aufwärtstrend nach oben zu tendieren.

Folgende Zielzonen habe ich dazu im Stundenchart im Tradingjournal notiert:

 

 

Impulse sollten hierbei in den kommenden Tagen nicht nur aus den USA kommen, sondern auch von noch immer laufenden Brexit-Verhandlungen eines geordneten Ausstiegs. Im Wirtschaftskalender stehen zudem folgende Termine auf der Agenda:

  • Montag 13.30 Uhr Einzelhandel USA
  • Dienstag 13.30 Uhr Verbraucherpreisindex USA
  • Donnerstag 08.00 Verbraucherpreise Deutschland
  • Freitag 03.00 Uhr Zinsentscheid Bank of Japan
  • Freitag 15.00 Verbrauchervertrauen USA

 

Beachten Sie dabei, dass in den USA bereits auf Sommerzeit umgestellt wurde und damit alle Termine inklusive die Wall Street Eröffnung eine Stunde vor unserer gewohnten Zeit liegen. Im Trading-Büro sollten also die Uhren entsprechend gestellt werden :-)

 

Zwischen den Daten lesen Sie im Chat gerne den regen Austausch und die Ideen anderer Trader oder nutzen Sie das Forum für einen Austausch:

https://www.ariva.de/forum/2019-qv-gdaxi-dj-gold-eurusd-jpy-560272?page=249#bottom

 

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

 

 

Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der jeweilige Autor.

Über den Autor

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Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen in unterschiedlichen Community's und auf Präsenzveranstaltungen ein und ist somit Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf ariva.de analysiert er vorrangig den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de