Jeder fünfte Dividendenaristokrat schüttet aus auf Pump

Freitag, 28.09.2018 14:42 von Torsten Tiedt

Was tun, wenn man sich etwas nicht leisten kann, die Nachbarschaft aber weiterhin denken soll, es gehe einem finanziell gut. Man gönnt es sich einfach trotzdem. Und was tut der Dividendenaristokrat, der sich die Ausschüttung eigentlich nicht länger leisten kann? Er schüttet einfach trotzdem aus.

So ist das eben, wenn es um die Gesichtswahrung geht. Unternehmen sind ja schließlich auch nur Menschen, bzw. werden von Menschen geführt. Und tatsächlich ist die Dividenden auf Pump öfter als man denkt. Von derzeit 95 beobachteten Dividendenaristokraten schütten ganze 20 mehr Dividende aus, als sie es sich gemessen am Free-Cash-Flow eigentlich leisten können. Von einigen dieser Unternehmen sind Aktionäre ein solches Verhalten gewohnt. Dies trifft vor allem auf Zykliker wie Exxon zu:

Exxon Dividenden und Free-Cash-Flow

Exxon und der Free-Cash-Flow: Auf und Nieder immer wieder

Allerdings schütten auch „krisenfeste“ Dividendenaristokraten wie z.B. Coca-Cola heute mehr aus, als eigentlich geht:

Coca-Cola Dividenden und Free-Cash-Flow

Coca-Cola: 56 Jahre Dividendensteigerung. Bleibt zu hoffen, dass der Free-Cash-Flow bald wieder steigt

Was lernen wir daraus? Der Titel des Dividendenaristokraten ist schön und gut. Doch weder dieser noch die Anzahl Jahre Dividendensteigerung sagen viel darüber aus, wie es um die aktuelle Gewinnentwicklung des Unternehmens bestellt ist. Will man das wissen, schaut man nicht auf die Dividende, sondern auf Gewinn und Cash-Flow.

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Torsten Tiedt ist seit 2006 Softwareexperte in der Investmentindustrie. Unzufrieden mit den bestehenden Aktienscreenern hat er eine Lösung für das Aufspüren von Buy-And-Hold-Investments implementiert, die sich vor der großen Konkurrenz aus den USA nicht verstecken muss. Mehr dazu auf Aktienfinder.Net.