Intuitive Surgical: Meine Idee zum World Robot Summit in Japan

Mittwoch, 24.10.2018 07:53 von Sven Vogel

Letzte Woche stand Tokio im Zeichen des World Robot Summits. Die Branchenunternehmen zeigten ihre neuesten Produkte, und in der World Robot Challenge traten Roboter im modernen Vier-Kampf gegeneinander an.

Die Kategorien der Wettkämpfe orientieren sich dabei an den Einsatzmöglichkeiten. So gab es eine Challenge für Fertigungsroboter, einen Wettkampf für Roboter, die bei Katastrophen helfen sollen, eine Herausforderung für Service-Roboter und eine Nachwuchs-Challenge, die sich mit Robotern in einer Lernumgebung beschäftigte.

Denken wir heute an nützliche Roboter, dann wohl zuallererst an Roboter, die bei der Massenfertigung zum Einsatz kommen und uns Menschen schwere und sich ständig wiederholende Handgriffe abnehmen.

Mit rund 380.000 verkauften Einheiten im Jahr 2017 ist der Markt der Industrieroboter heute auch tatsächlich beinahe dreimal so groß wie der Markt kommerziell eingesetzter Service-Roboter. Von den Helferlein in der Logistik, Medizin und anderen Feldern wurden rund 110.000 Stück abgesetzt.

Der volumenstärkste Markt ist heute aber der Service-Roboter-Markt für den persönlichen Gebrauch. Unter die 8,5 Millionen verkauften Einheiten fallen aber auch Staubsauger- und Rasenmäher-Roboter.

Auch die künftigen Aussichten sind ziemlich gut. Die in Frankfurt ansässige International Federation of Robotics erwartet bis 2021 ein jährliches Wachstum der Verkaufszahlen von 14 % bei Industrierobotern und gar von 21 % pro Jahr bei kommerziellen Service-Robotern.

Für Investoren also ein interessantes Feld. Wo aber lohnt sich heute der Einstieg?

ROBO Global bietet beispielsweise ETFs zu diesem Thema an. Zur Feier des fünfjährigen Bestehens klingelte letzte Woche ein Roboterarm die berühmte Schlussglocke der New Yorker Börse. Die Liste der Unternehmen der ETFs bietet einen hervorragenden Start für die weitere Recherche.

Mein Investoren-Herz hängt aber an Intuitive Surgical.

Intuitive Surgical verkauft oder verleast seine Roboter-Assistenzsysteme an Krankenhäuser. Mit diesen Robotern können Chirurgen minimal-invasive Eingriffe vornehmen. Der Assistenz-Roboter verhilft den Chirurgen zu einer deutlich höheren Präzision, wird aber von den Chirurgen gesteuert.

Intuitive Surgical verkauft neben den Robotern aber auch Instrumente und Zubehörteile, die regelmäßig ersetzt werden müssen, und Serviceleistungen.

Genau hier wird es interessant. Mit jedem verkauften Roboter-System vergrößert Intuitive Surgical die Basis für den zukünftigen Verkauf dieser Instrumente und Zubehörteile. Da auch die durchgeführten Operationen pro installiertem System kontinuierlich steigen, wachsen auch die Instrumentenverkäufe pro System kontinuierlich.

Im Jahr 2017 steuerten diese wiederkehrenden Umsätze einen Anteil von über 70 % der 3,1 Milliarden US-Dollar an Umsatz bei. Im Jahr 2010 betrug dieser Anteil gerade einmal 53 %.

Auch wenn künftig die Verkaufszahlen der Assistenzsysteme zurückgehen sollten – das taten sie schon einmal in den Jahren 2013 und 2014 – sorgen die wiederkehrenden Umsätze für eine ungeheure Stabilität.

Und wir sollten nicht vergessen: Jedes Roboter-System mehr, das in einem Operationssaal steht und jede zusätzliche Operation, die mit einem dieser Systeme durchgeführt wird, lassen die wiederkehrenden Umsätze weiter steigen.

Das Unternehmen besitzt beinahe unglaubliche Lock-In-Effekte, die in meinen Augen ein großartiges Faustpfand für langes und profitables Wachstum darstellen.


Offenlegung: Sven besitzt Aktien von Intuitive Surgical. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Intuitive Surgical.

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der jeweilige Autor.

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Sven ist nun bereits beinahe ein Jahrzehnt ein leidenschaftlicher Investor. Seit 2015 ist er als Freiberufler für The Motley Fool tätig und seit 2017 mit Deutschland-Premiere von Rule Breakers – Unternehmen, die die Welt verändern der verantwortliche Chefredakteur für diesen Service. In seiner Freizeit treib er viel Sport, kocht und isst gerne mediterran und liest meist irgendetwas, was im weitesten Sinne mit Wirtschaft, Börse und Finanzen zu tun hat.