Freitag, 05.03.2021 03:04 von Björn Junker, Chefredakteur GOLDINVEST.de | Aufrufe: 178

EnWave Corp.: Neue Produkte und Kooperationen verleihen erhebliches Potenzial

Die kanadische Technologiefirma EnWave Corp. (WKN A0JMA0), die eine einzig- und neuartige Technologie zur Trocknung von Lebensmitteln, Arzneien und Flüssigkeiten entwickelt, hat im laufenden Jahr bereits einige wichtige Meilensteine erreicht. Nun laufen schon Verhandlungen mit großen, multinational aufgestellten Konzernen über neue Kooperationen. Wir sprachen mit Co-CEO John McNicol, der uns einen exklusiven Einblick in die Situation und Zukunftschancen von EnWave gab.

GI: Schon Anfang 2010 erreichte EnWave zwei wichtige Meilensteine, nämlich ein Durchbruch in der Zusammenarbeit mit dem dänischen Lebensmittelriesen Danisco und eine neue Kooperation mit der international tätigen Bioseutica, plc. Bitte erläutern Sie doch die Bedeutung dieser Ereignisse für EnWave.

JM: EnWave hat bereits im Juli 2008 damit begonnen, die Realisierbarkeit und Marktfähigkeit seiner REV-Technologie für unseren Partner Danisco AS zu produzieren, indem wir kleine Mengen von Danisco-Produkten im Grammbereich in einer ersten Maschine namens „powderREV“, die die Tauglichkeit des Konzepts beweisen sollte. Dann, im März 2010 konnten wir die Testergebnisse von unserem neuen, größeren powderREV-Prototypen bekannt geben, der erfolgreich Kilogrammmengen von Daniscos probiotischen Bakterien trocknete, wobei eine hohe Rate der Organismen erhalten und eine geringe Restfeuchte gemessen wurde. Basierend auf diesen Ergebnissen kamen wir mit Danisco überein, das Testprogramm eines neuen Prototypen in den Anlagen von EnWave in Vancouver auszuweiten und EnWave arbeitet gerade an einer powderREV-Pilotanlage, die kontinuierlich produziert. Diese Maschine soll im vierten Quartal 2010 an Daniscos amerikanische Dependance in Wisconsin geliefert werden. Wenn die Tests mit der neuen fortlaufend arbeitenden Anlage erfolgreich sind und sich die Parteien auf Lizenzgebühren und Lizenzbedingungen einigen, könnte die erste kommerzielle powderREV-Maschine im ersten Quartal 2011 zur Lieferung in der zweiten Jahreshälfte 2011 bestellt werden.

Ebenfalls noch im ersten Quartal 2010 meldete EnWave die Ergebnisse von Test, die man mit Bioseutica plc durchgeführt hatte, dem größten Produzenten weltweit von aus Eiweiß gewonnenen Enzymen namens Lysozymen. Bioseutica hat eine neue Anwendung für die Verwendung dieses Enzyms als Medikament für Hühner entwickelt, um damit die typische Vorgehensweise der Verfütterung von Antibiotika im Hühnerfutter zu ersetzen. Damit das Lysozym während der Futterverarbeitung und Lagerung geschützt ist, muss es in einem anderen Material verkapselt werden, sodass der Wirkstoff aktiv bleibt, auch bevor er von den Hühnern konsumiert wird.

Durch den Einsatz einer Variante von EnWaves nutraREV-Technologie waren wir in der Lage, das verkapselte Material erfolgreich zu trocknen, das dann zu Pulver zermahlen wurde und dem Hühnerfutter beigemischt wurde. In unabhängigen Tests auf einer Hühnerfarm im Süden der Vereinigten Staaten ergaben sich für das Lysozym-Futter günstige Vergleiche zu der schützenden Wirkung, die durch den Einsatz von Antibiotika gegen eine verbreitete Geflügelkrankheit erzielt wurden.

Bioseutica ist ein multinational operierender Konzern, der auf vier Kontinenten tätig ist. Neben Lysozym produziert man weitere Enzyme und Omega 3-Proteine. Die Parteien sind übereingekommen, eine Reihe weiterer Materialien zu testen. EnWaves Ziel ist es dabei, eine Kooperation mit Biosceutica zu etablieren, um eine Variante der nutraREV-Technologie für verschiedene Bioseutica-Produkte zu kommerzialisieren.

Wenn sich dies als erfolgreich erweist, könnte die Technologie zur Trocknung verkapselter Materialien auch für eine breite Palette anderer Branchen mit hochwertigen Produkten attraktiv sein, wie zum Beispiel in den Bereichen Kosmetik, Pharmazie, Nahrungsmittel und Nutrazeutika sowie bei industriellen Anwendungen, in denen die Verkapselung eine wichtige Rolle spielt, um Medikamente zielgenau einsetzen zu können, was Nebenwirkungen reduziert, die Produktstabilität verbessert, die Aktivität der Organismen bzw. Wirkstoffe erhöht und unangenehmen Geschmack in Nahrungsergänzungsmitteln überdeckt.

GI: Erst vor Kurzem meldete EnWave, dass der erste nutraREV-Kunde des Unternehmens CAL-SAN Enterprises die Vertriebsrechte an ihren nutraDried® Heidelbeeren an eine international tätige Nahrungsmittelmaklerfirma auf nicht-exklusiver Basis für eine Vorauszahlung von 500.000 kanadischen Dollar verlauft hat. Bitte erläutern Sie die Bedeutung dieser Entwicklung.

JM: Diese neue Vertriebsvereinbarung sollte es CAL-SAN erlauben, die Produktion ab August/September 2010 hochzufahren, was EnWave den ersten kontinuierlichen Umsatzzufluss bescheren wird. Man geht davon aus, dass die aufgeblähten (puffed) Heidelbeeren über verschiedene global tätige Kunden und Marken in eine Reihe internationaler Märkte verkauft werden. CAL-SAN hat zudem angedeutet, dass man erwartet im weiteren Verlauf des Jahres eine Bestellung für eine zweite Maschine aufzugeben.

EnWave ist zudem in Verhandlungen mit drei weiteren Kunden, die daran interessiert sind, die nutraREV-Technologie zur Produktion von aufgeblähten Heidelbeeren einzusetzen. Der Marketing-Erfolg von CAL-SAN sollte dabei behilflich sein, das Interesse dieser anderen Kunden zu befeuern und so diesem neuen Produkt weiteren exzellenten Schwung verleihen.

Die Zahlung von 500.000 kanadischen Dollar für ein nicht-exklusives Vertriebsrecht deutet zudem an, dass es sich hier um ein Geschäft mit hohen Margen handelt, und dass dieser Großhändler bereits das Interesse der Kunden etabliert hat und bereit ist, einen Aufschlag zu zahlen, um sich die Lieferungen zu sichern. 

GI: Bitte lassen Sie unsere Leser doch wissen, woran EnWave derzeit arbeitet und welche neuen Anstrengungen man unternimmt.

JM: Zusätzlich zu den bereits genannten Projekten arbeitet EnWave an einer Reihe von Produktentwicklungen für nutraREV für eine breite Palette neuer Anwendungen von Bananen-Chips bis hin zu Schweinespeck. Wir konzentrieren uns zudem darauf, eine signifikante Kooperation mit einem potenziellen neuen Partner abzuschließen, was im zweiten Quartal 2010 erfolgen könnte. Diese neue Chance würde die Anerkennung und Glaubwürdigkeit in der Branche weiter steigen und Aktionären erhebliche Aufwärtspotenzial bescheren.

Darüber hinaus machen wir weitere Fortschritte mit dem Saskatchewan Research Council, der derzeit unsere pharmazeutischen bioREV- und freezeREV-Dehydratisierungstechnologien nutzt, um zwei Impfstoffe für Schweinekolibakterien zu trocknen. Sie werden Testergebnisse für EnWave generieren, die diese Technologien in Bezug auf Geschwindigkeit, Organismuserhaltung und Haltbarkeit mit der Gefriertrocknung vergleicht. Die Ergebnisse sollten in der zweiten Hälfte dieses Jahre vorliegen.

GI: Wo wird EnWave Ihrer Ansicht nach Ende 2010 in seiner Entwicklung stehen, was werden die wichtigsten Entwicklungen sein?

JM: Bis Ende 2010 hoffen wir, uns in der letzten Testphase für powderREV zu befinden und kurz vor der ersten internationalen Lizenzvereinbarung mit Danisco zu stehen. Mindestens zwei weitere multinationale Testkooperationen, über die wir verhandeln, sollten für die Zukunft substanzielles Lizenzumsatzpotenzial bieten. Die Konzentration auf größere, multinationale Gelegenheiten ist unsere Top-Priorität, da letztendlich die jährlichen Lizenzumsätze erheblich höher sein könnten als jene, die kleinere Partner wie beispielsweise CAL-SAN sie generieren können.

 

Wir rechnen zudem mit zwei oder drei Verkäufen von nutraREV-Maschinen für Heidelbeeren, Bananen-Chips und vielleicht einen dritten Markt bis Ende 2010. Dieses Ziel zu erreichen, wird durch die Fertigstellung unseres neuen Nahrungsmittellabors in diesem Sommer unterstützt, das eine nutraREV-Pilotanlage mit vier Körben beinhaltet, die in der Lage ist, fortlaufende Produktionsbedingungen zu demonstrieren und größere Testmengen für unsere Kunden zu produzieren.

Darüber hinaus würden wir gerne den Weg hin zur Kommerzialisierung unserer pharmazeutischen Ampullentrocknungstechnologie etablieren, indem wir weitere Daten über den SRC generieren und in Verhandlungen mit einer oder mehreren global tätigen Firmen eintreten, die bisher die Gefriertrocknung für ihre Produkte verwenden.


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