DAX muss sich an der Abwärtstrendlinie entscheiden

Sonntag, 24.02.2019 16:44 von Andreas Mueller

Auf die positive Vorwoche konnte der DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900)noch einmal eine weitere Gewinnwoche anknüpfen. Mit 1,4 Prozent sind wir damit recht genau auf der DAX-Abwärtstrendlinie angelangt, die ich in der Vorwoche spezifizierte und als bullishes Szenario in Aussicht stellte. Hier muss er nun eine Entscheidung herbeiführen und könnte dabei für erhöhte Volatilität sorgen.

Die Vorwoche begann eher ruhig und verdaute erst einmal die starke Aufwärtsdynamik des vergangenen Freitags. In einer Konsolidierung unterschritt der DAX die 11.300 und hatte hier ohne die Hilfe der Wall Street, an der ein Feiertag abgehalten wurde, kein wirkliches Eigenleben. Man konnte als Trader hier nur wenige Punkte generieren und sich auf das Einpendeln um die 11.320 - als ehemaligen Widerstand - fixieren:

 

 

Dort fanden wir uns auch nach einem gescheiterten Ausbruchsversuch am Dienstag wieder, der sicherlich einige Marktteilnehmer verwirrte:

Erst am Mittwoch gelang dann der Ausbruch nach einem letzten Aufsetzen an der 11.320 (ganz genau waren es auf XETRA 11.318,74). Die bullishen Kräfte wurden dabei entfesselt und im nächsten Schritt die 11.400 überschritten. Dieses Momentum gipfelte dann am Freitag bei einem Wochenhoch von 11.504 Punkten und pendelte sich leicht darunter als Schlusskurs ein. Vier positive Handelstage zementierten damit erneut eine Gewinnwoche im DAX und ließen den Index an einer Entscheidungsmarke verharren. Kein Ausreißertag, sondern eine ruhige Woche mit kleinen Tagesgewinnen:

 

 

In der Vorwochenanalyse auf ariva hatte ich als bullishes Ziel eine Abwärtstrendlinie definiert, welche sich vom Juni vergangenen Jahr wie ein Dach immer tiefer über dem DAX-Kurs einzeichnen läßt. Sie sah wie folgt aus:

 

 

Sie wurde in dieser Woche erreicht, jedoch nicht nachhaltig überschritten. Eine Entscheidung steht in meinen Augen noch aus und muss sich per Tagesschlusskurs erst festschreiben lassen. So sieht das aktualisierte Chartbild aus:

 

 

Eine Entscheidung steht hier definitiv bevor, welche aus meiner Sicht ein tolles Trading-Signal darstellen kann. Was würde ein Bruch der Linie bedeuten?

Aus dem Tageschart heraus ist hierbei das Potenzial bis rund 11.600 Punkte zu unterstellen. Hier verliefen die Tiefs vor rund einem Jahr und der Pullback nach dem Abwärtsdruck im November 2018:

 

 

In der kleineren Zeiteinheit für Trader, im Stundenchart, sahen wir vor allem an den letzten beiden Handelstagen eine recht stabile Aufwärtstendenz. Deren Bestand hängt nun von der Größe eines Rücklaufs ab. Um dies beurteilen zu können und entsprechende Trading-Chancen zu erarbeiten, habe ich mir folgende Konsolidierungszonen eingezeichnet:

 

 

Zieht der Kurs nicht weiter auf der Oberseite in diesem Tempo an, würde sich dadurch ein Abprall an der Trendlinie im Tageschart schnell zeigen und die Konsolidierung könnte sich von 11.320 über 11.260 dann bis zur runden 11.000er-Marke anbieten. Dieses Szenario halte ich als Alternative im Tageschart ebenfalls fest:

 

 

Man muss sich vor Augen halten, dass bis zu einem Bruch dieser Linie von einem Widerstand im Markt ausgegangen werden muss. Ein wenig Vorsicht und das richtige Risikomanagement unterstelle ich daher für Ihr Handeln.

 

Gezogen wird der Markt unter anderem von der Wall Street. Dort konnte der Dow Jones mit 26.000 Punkten eine weitere runde Chartmarke zurückerobern und sich bis auf drei Prozent seinem Allzeithoch nähern. Der Tageschart verdeutlicht dies:

 

 

Von diesem ist unser DAX noch rund 2.000 Punkte entfernt. Werten Sie diese Korrelation gerne in Ruhe einmal für sich selbst.

 

Um im DAX das Allzeithoch zu sehen, muss man auf die Zeiteinheit der großen Marktteilnehmer, wie (Hedge-)Fonds, Versicherungen und Pensionskassen, wechseln. Diese generieren ihre Entscheidungen aus genau diesen großen Charteinheiten heraus. Von daher ziehe ich zusätzlich den Wochenchart heran. Denn dort ist die aktuelle Dynamik ebenfalls zu sehen und hätte auch nach dem Erreichen der 11.600 weiteres Potenzial für steigende Kurse. Hierbei ist die XETRA-Abwärtstrendlinie ab dem Allzeithoch zu beachten, welche auf Höhe des Sommertiefs 2017 verläuft und bei rund 11.850 Punkten notiert:

 

 

Diesen Gedanken behalten wir im Hinterkopf und blicken noch einmal abschliessend auf die Termine der kommenden Handelswoche.

Am Dienstag gehen die Blicke der Börsianer erneut nach England. Hier spricht Theresa May um 13.30 Uhr und könnte neue Erkenntnisse zum Brexit offenbaren. Nur 90 Minuten später wird FED-Chef Powell in den USA eine Rede vor dem Kongress zur Geldpolitik halten. Auch am Folgetag werden seine Worte mit Spannung erwartet und könnten sich auf die Währungs- und Aktienmärkte auswirken. Zurück nach England wird am Mittwoch um 19 Uhr zum Brexit-Plan von Theresa May abgestimmt.

Das Bruttoinlandsprodukt der USA wird am Donnerstag dann als "harter volkswirtschaftlicher Fakt" Klarheit über das Wachstum verschaffen und damit den Monat Februar, der bisher solide im positiven Bereich notiert, beenden. Bereits am Freitag ist der erste Handelstag des Monats März. Hier schauen wir um 16 Uhr auf den ISM-Index in den USA.

 

Zwischen den Daten lesen Sie im Chat gerne den regen Austausch und die Ideen anderer Trader oder besuchen Sie diese Diskussion auf ariva:

 

https://www.ariva.de/forum/2019-qv-gdaxi-dj-gold-eurusd-jpy-560272?page=194#bottom

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

 

 

Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

 

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Über den Autor

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Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen in unterschiedlichen Community's und auf Präsenzveranstaltungen ein und ist somit Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf ariva.de analysiert er vorrangig den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de