Klöckner: 'Bullerbü'-Landwirtschaft kann Menschen nicht ernähren

Donnerstag, 16.01.2020 12:57 von dpa-AFX - Aufrufe: 388

Kohleförderung in einer Zeche (Symbolbild).
Kohleförderung in einer Zeche (Symbolbild).
pixabay.com

BERLIN (dpa-AFX) - Die Landwirtschaft muss auch Sicht von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) noch leistungsfähiger werden. Bis 2050 müsse die weltweite landwirtschaftliche Produktion um 70 Prozent erhöht werden, um die Menschen satt zu machen, sagte Klöckner vor Beginn der Grüne Woche in Berlin. Sie verwies auf angekündigte Demonstrationen von Kritikerin während der Agrarmesse und ergänzte: "Wir werden nicht mit romantisierenden Bullerbü-Vorstellungen zurück zu einer vormodernen Landwirtschaft kehren, weil man sich ein Idyll sucht, weil der eigene Alltag vielleicht zu hektisch ist. Damit werden wir die Menschen nicht ernähren können."

In "Wir Kinder aus Bullerbü" hatte die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren das Bild eines weitgehend technikfreien Landlebens gezeichnet. Klöckner sagte, Kritik an Landwirten komme oft aus Städten und oft ohne differenzierte Recherche. Sie forderte sachliche Diskussionen etwa über neue Pflanzenzüchtungen und Offenheit für neue Methoden wie etwa die Genschere Crispr/Cas. Zugleich sprach sie von den "Megatrends" Umweltschutz, Klimawandel und Klimaschutz sowie Tierwohl.

"Da bricht sich etwas Bahn", sagte Klöckner mit Blick auf Klima-Proteste und Bauerndemonstrationen der vergangenen Monate. Die Bauern sollten sich dem stellen und sich an die Spitze der Bewegung stellen. Sie bräuchten aber auch bessere Preise an der Supermarktkasse, um etwa in bessere Ställe zu investieren. "Von einem Euro für Fleisch kommen beim Landwirt 20 Cent an, das wird auf Dauer nicht so weitergehen."/bf/DP/jha


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