Journalisten-Verband gegen Facebook-Vorstoß

Freitag, 12.01.2018 11:42 von dpa-AFX

Die Logos verschiedener Social Media-Anbieter auf einem Smartphone.
Die Logos verschiedener Social Media-Anbieter auf einem Smartphone. © bigtunaonline / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images
BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Facebook (Facebook Aktie) -Pläne kritisiert, die Nachrichtenströme auf seiner Plattform zu ändern. "Ich halte die Facebook-Maßnahme für problematisch", sagte Sprecher Hendrik Zörner der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. "Facebook ist als Kommunikationsmedium von hohem Stellenwert und hoher Bedeutung. Aber das eigene Kommunikationsspektrum auf den Gute-Laune-Bär zu reduzieren, geht an der Bedeutung von Facebook und der Kommunikation von Menschen schlechthin vorbei."

Facebook-Gründer Zuckerberg hatte in der Nacht zu Freitag angekündigt, dass die Nutzer künftig mehr Beiträge von Freunden und der Familie statt von Unternehmen, Medien und politischen Gruppen zu sehen bekommen sollen. "Facebook ist kein journalistisches Medium", sagte Zörner weiter. "Spätestens jetzt wird deutlich: Verlässliche Informationen kommen nur von Medien. Das ist der Nebeneffekt dieser neuen Veränderung."

Am Donnerstag hatte der neue ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm vorgeschlagen, eine gemeinsame Plattform von privaten Verlegern und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu gründen, um den US-Giganten wie Facebook und Google (Alphabet A Aktie) einen Teil der Marktmacht zu nehmen. Zörner: "Ich würde es begrüßen, wenn diese Anstrengung gelingen würde. Ich warne nur vor allzu großer Euphorie, denn es ist nicht zu unterschätzen, dass viele Menschen überzeugt werden müssen, dass es nicht reicht, sich allein bei Facebook zu informieren."/gri/DP/nas