In Schwellenländern auf Corporate Governance achten

Dienstag, 28.07.2015 10:42 von GodmodeTrader - Aufrufe: 636

Kronberg im Taunus (Godmode-Trader.de) - Viele Aktieninvestoren konzentrierten sich in der EMEA-Region auf kurzfristige Nachrichten und Ereignisse und handelten dementsprechend. Dies sei aber die falsche Herangehensweise, sagt Nick Price, Fondsmanager des Fidelity Emerging Europe, Middle East and Africa (EMEA) Fund. Bei Investments in Firmen aus Schwellenländern hänge fast alles von einer sorgfältigen Bilanzanalyse ab. „Mein Ansatz ist es, den Fokus darauf zu richten, wie langfristig und nachhaltig die Ertragskraft der Unternehmen ist.“

Die Bewertung der Bilanzen ist aber nicht der einzige Bereich, bei dem Price Vorsicht walten lässt. Besonders wichtig seien auch die Grundsätze der Unternehmensführung (Corporate Governance): Wie werden Minderheitsaktionäre behandelt, wie sehen die Eigentümerstrukturen aus, wie die Managementvergütung und die Dividendenpolitik? „Auch wenn es in den Schwellenländern vor allem in Asien unzählige Beispiele von Unternehmen mit schlechter Unternehmensführung gibt, lassen sich positive Gegenbeispiele finden“, beobachtet Price. Das gelte vor allem für Südafrika.

Aktuell gefällt dem Fidelity-Manager besonders der südafrikanische Lebens-, Kranken- und Autoversicherer Discovery. Er sei auf Fünf- bis Zehnjahressicht vielleicht das interessanteste Unternehmen der gesamten EMEA Region. Discovery zeichne sich durch ein spezielles Prämiensystem aus, das es Kunden ermöglicht, Punkte für eine gesunde Lebensweise oder sicheres Fahren zu verdienen. Diese Punkte könnten für Ermäßigungen bei Reisen und Einkäufen oder für reduzierte Versicherungsprämien eingelöst werden. "Discovery ist ein Pionier auf diesem Gebiet", sagt Price. Seiner Ansicht nach besteht enormes Potenzial in dieser Form von Prämiensystemen. Auch die starke internationale Ausrichtung des Unternehmens – die Präsenz in Großbritannien sowie Kooperationen mit verschiedenen Versicherern in China, Australien, Europa und den USA – stimmen den Fondsmanager zuversichtlich für seine Zukunftsaussichten.

Andere südafrikanische Unternehmen seien ähnlich international aufgestellt. Dazu zählten etwa das Internetunternehmen Naspers, der Möbelkonzern Steinhoff und der Lebensmittelhändler Bidvest. Steinhoff beispielsweise sei mittlerweile der zweitgrößte Haushaltswaren-Händler in Europa hinter Ikea, erklärt Price. Mehr als 70 Prozent des Umsatzes stammten aus dem Ausland.

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