asia weekly - Hikari unter Druck

Montag, 25.09.2000 00:00 von Aktiencheck

Betrachte man den Chart von Hikari Tsushin (WKN 899393) in den letzten Monaten, könne man eigentlich nur froh sein, wenn man die Aktie nicht oder zumindest noch nicht lange habe. Vorwürfe gegen den Vorstand wegen angeblicher Insidergeschäfte, der Konkurs eines Tochterunternehmens und weitere Negativmeldungen hätten zu einem selbst für Internetwerte unglaublichen Kurssturz von 98 (!) Prozent geführt.

Immerhin, in den letzten Wochen habe sich der Kurs auf seinem derzeitigen Niveau stabilisieren. Doch nun drohten dem Unternehmen weitere Schwierigkeiten durch die Mobilfunkallianz KDDI, über die bereits letzte Woche an dieser Stelle berichtet worden sei. Zur Erinnerung: Die drei Unternehmen KDD, DI und Ido bündelten ihre Mobilfunkaktivitäten in dem neuen Anbieter KDDI, womit mam bereits jetzt über einen Marktanteil von 26 Prozent verfüge.

Damit werde der japanische Mobilfunkmarkt in Zukunft von drei starken Playern beherrscht: NTT DoCoMo, Japan Telecom und eben KDDI. Dies könnte sich äußerst negativ auf das Geschäft mit den Mobiltelefonen bei Hikari auswirken: Das Unternehmen betreibe nämlich etliche Shops, in denen man Handys kostenlos abgebe, um anschließend an den Gebühren mitzuverdienen.

Doch dieses Konzept koste natürlich die Anbieter der Mobilfunk-Verträge einen Teil des Gewinns. Um ihre eigene Wertschöpfungskette zu erweitern, beabsichtigten die großen Mobilfunk-Unternehmen, die Handys exklusiv über ein
eigenes Vertriebsnetz zu verkaufen. Wenn NTT DoCoMo, Japan Telecom und KDDI ernst machten und Hikari keine Geräte der nächsten Handy-Generation für diese Unternehmen mehr verteiben könne, werde es ernst für die Handy-Kette: Dieser Unternehmenszweig müsste möglicherweise gänzlich von der Bildfläche
verschwinden.

Immer wahrscheinlicher werde damit eine Übernahme von Hikari Tsushin, das momentan noch einen Börsenwert von 1,5 Mrd. $ aufweise. Interessante Beteiligungen im Venture-Capital-Bereich führten immer wieder zu derartigen Spekulationen. So sei das Unternehmen beispielsweise mit Pacific Century Cyberworks in Verbindung gebracht worden, was allerdings von beiden Seiten dementiert worden sei.

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