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Guido Kerkhoff – der Dealmaker von Thyssen-Krupp

Sonntag, 05.08.2018 18:00 von Handelsblatt

Der Finanzchef von Thyssen-Krupp hat in den vergangenen Jahren alle wichtigen Deals verhandelt. Jetzt muss er den Konzern vor der Zerschlagung retten.

Für Guido Kerkhoff war die Welt vor wenigen Wochen noch in Ordnung. Gut gelaunt flanierte er durch die Bibliothek Solvay. In dem alten Prachtbau im Brüsseler Zentrum hatten die Spitzen von Thyssen-Krupp und Tata Anfang Juli Journalisten und Analysten geladen, um ihre Pläne für ein gemeinsames Stahlgeschäft vorzustellen. Mit der Fusion wollte der Ruhrkonzern sich von seiner Hüttensparte lösen. Stabiler und profitabler sollte Thyssen-Krupp fortan sein.Kerkhoff, mit kräftiger Statur und blondem Lockenschopf, hatte allen Grund, gut gelaunt zu sein. „Es hat seine Zeit gebraucht, aber wir haben es geschafft“, sagte er. Sein Vorstandschef Heinrich Hiesinger hatte zwar die Pläne für die Stahlfusion entworfen, die Umsetzung überließ er aber Kerkhoff. Der 50-Jährige ist als Finanzvorstand von Thyssen-Krupp bestens mit dem Zahlenwerk des Unternehmens vertraut; bei ihm lag es daher, die richtige Bewertung für die Sparte zu finden und abzuschätzen, wie viele Schulden Thyssen-Krupp der fusionierten Gesellschaft aufladen kann.Bei seiner Runde durch die Hallen der Bibliothek ahnte Kerkhoff nicht, dass sich sein Arbeitsfeld bald gründlich ändern würde. Wenige Tage nach der Vertragsunterzeichnung mit Tata trat Hiesinger von seinem Posten zurück. Den Rückzug begründete er indirekt mit der mangelnden Unterstützung durch den größten Aktionär, der Krupp-Stiftung.Hiesingers Abgang hinterlässt eine große Lücke, die Kerkhoff vorerst füllen soll. Der Aufsichtsrat berief ihn zum Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens mit seinen 160.000 Mitarbeitern. Er soll die Geschäfte so lange führen, bis ein Nachfolger gefunden ist.Kenner des Kapitalmarkts

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