Gesundheitstrend zerlegt die Zucker-Industrie

Dienstag, 19.06.2018 08:14 von WirtschaftsWoche

Die Zuckerindustrie galt mal als krisenfest. Doch seit immer mehr Menschen den Verbrauch reduzieren und die Politik Zucker bekämpft, wird der Milliardenmarkt erschüttert – mit Folgen für Hersteller, Händler und Bauern.

Vor zwei Jahren schwor Sabine Nageler dem Zucker ab. Vorher brauchte sie ihn, in Form von Schokolade, von Keksen, von Kuchen. Gegen den Stress, gegen die Langeweile, als Trost. Einfach, um gut durch den Tag zu kommen. „Dieser Weg zur Süßigkeitenschublade war für mich Routine“, sagt die 48-Jährige. „Ich habe immer wieder Gründe gefunden, warum ich in diesem Moment Süßes brauchte.“ Sie selbst störte dieser Drang schon lange. Schließlich ist die Österreicherin Köchin in einer Grundschulkantine. Sie soll Kindern gesundes Essen beibringen – und kann selbst nicht die Finger vom Süßkram lassen.

Nageler versuchte es mit Diäten, bis sie schließlich zur Zuckerentwöhnung beim Weiss-Institut landete. Das in Israel gegründete Institut zählt zu den vielen durchaus umstrittenen Anbietern im Markt, die Kunden mit homöopathischen und wissenschaftlich nicht eindeutig belegten Methoden Hilfe bei Süchten aller Art versprechen. Knapp 400 Euro zahlte Nageler – und bekam dafür Entspannungsübungen, Vor- und Nachberatung. Ihr hat es geholfen. „Ich habe heute kein Bedürfnis nach Zucker mehr.“

Raucher, Alkoholiker – und Zuckersüchtige. Das ist die Klientel, an die sich das Weiss-Institut wendet. Früher galt Zucker als Verführung, als Verfeinerung, als Stoff, der glücklich macht. Heute ist Zucker in den Augen vieler Verbraucher und Ärzte nur noch eines: eine Gefahr.

Zunehmend bitter

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.