Freitag, 26.11.2021 21:19 von dpa-AFX | Aufrufe: 2288

GESAMT-ROUNDUP 2/Dramatischer Corona-Appell: 'Müssen jetzt diese Welle stoppen'

Handdesinfektion und Mundschutz ©pixabay.com

(2. und 8. Absatz aktualisiert)

BERLIN (dpa-AFX) - Wegen der immer bedrohlicheren Corona-Ausbreitung über ganz Deutschland wächst der Druck, Großveranstaltungen abzusagen und Kontakte auf breiter Front zu unterbinden. Die geschäftsführende Bundesregierung und das Robert Koch-Institut (RKI) riefen am Freitag alle Bürger zur Vorsicht auf und verlangten sofortige zusätzliche Beschränkungen in Ländern und Kommunen vor Ort. "Wie viele Menschen müssen denn noch sterben, damit wir unser Verhalten anpassen und die Krankenhäuser und das Pflegepersonal entlasten?", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Um eine vorgezogene Bund-Länder-Runde gibt es weiter Streit.

Zum Schutz vor der neuen Virusvariante namens Omikron sollen Einschränkungen und Quarantänevorgaben für Flüge aus Südafrika greifen. Grundlage ist eine Einstufung des Landes als Virusvariantengebiet, die Gesundheitsminister Jens Spahn am Freitag ankündigte. Am Abend teilte das Robert Koch-Institut (RKI) dann offiziell mit, dass Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho ab Sonntag als Virusvariantengebiete eingestuft werden. Fluggesellschaften dürfen damit im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Es handelt sich aber nicht um ein Flugverbot. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann auch nicht durch negative Tests verkürzt werden.

Spahn sagte, die Lage sei so ernst wie noch zu keinem Zeitpunkt in der Pandemie. "Wir müssen jetzt diese Welle stoppen. Sonst erleben wir genau das, was wir immer vermeiden wollten: eine Überlastung des Gesundheitssystems." Warnungen und Weckrufe seien aber noch immer nicht überall angekommen, es passiere zu wenig und oft zu spät. Die Welle werde vom stark betroffenen Süden und Osten "weiter gen Westen und Norden ziehen". Trotz Impfungen und Tests sei kurzfristig jetzt nur eines entscheidend: "Die Zahl der Kontakte muss runter, deutlich runter. Es nützt alles nichts."

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Für die geplante Beschleunigung der Impfungen sind laut Spahn die nötigen Impfstoffmengen verfügbar. Der Bund werde innerhalb von zehn Tagen 18 Millionen Dosen für Auffrischimpfungen ausgeliefert haben. Angesichts des Ziels, bis Weihnachten 20 Millionen bis 30 Millionen "Booster"-Impfungen zu erreichen, sei dies schon "ein ziemlich großer Schritt dahin". Im Gesamtsystem sei genug Impfstoff da, erläuterte Spahn. Er verwies zugleich darauf, dass es jetzt wegen Umstellungen in der Logistik vom Großhandel über Apotheken in die Praxen auch zu Verzögerungen beim Verteilen in der Fläche kommen könne.

Die Zahl der bestellenden Praxen ist auf rund 100 000 gestiegen, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung mitteilte. Sie beklagte aber, dass Bestellungen des Biontech -Impfstoffs begrenzt seien und es teils erneut an Impfstoff mangele. Die Apotheken boten Unterstützung bei Auffrischungsimpfungen an, wenn der Gesetzgeber wolle und Verstärkung gefordert sei. Spahn sagte: "Jede Impfung gibt Hoffnung, dass dieser Winter doch nicht so dunkel wird, wie es aktuell aussieht."/sam/sk/bw/vf/cn/mfi/DP/he

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