Dienstag, 06.12.2022 05:36 von dpa-AFX | Aufrufe: 416

Gaspreis-Anstieg: Höhere Protestbereitschaft bei Geringverdienern

Drei Pipelines zum Transport von Öl oder Gas (Symbolbild). © onurdongel / iStock / Getty Images Plus / Getty Images http://www.gettyimages.de/

BERLIN (dpa-AFX) - Die gestiegene Inflation wird zwar von vielen Menschen in Deutschland als Problem wahrgenommen, die von manchen Beobachtern erwartete Eskalation auf den Straßen ist jedoch bislang ausgeblieben. Wie die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) zeigen, konnte sich vor einigen Wochen zwar rund jeder Vierte vorstellen zu protestieren. In die Tat umgesetzt haben dies dann aber deutlich weniger Menschen. 58 Prozent der Bevölkerung hatten im Zeitraum der Befragung zwischen Ende September und Ende Oktober nicht vor zu protestieren. 17 Prozent der Teilnehmer der Umfrage äußerten sich unentschlossen.

Generell zeigte sich: Wer nicht so viel Geld zur Verfügung hat, ist eher bereit, seinen Unmut über den Anstieg der Gaspreise auf die Straße zu tragen. Von den Menschen, für die eine Verdopplung der Wohnnebenkosten große finanzielle Probleme bedeuten würde, sind laut Studie 30 Prozent bereit zu protestieren. Unter denjenigen, die dadurch nicht in finanzielle Schwierigkeiten kämen, lag die Protestbereitschaft bei 22 Prozent.

Die Forscher hatten auch die Protestbereitschaft verschiedener Wählergruppen angeschaut. Von den potenziellen Wählerinnen und Wählern der AfD zeigten sich 42 Prozent bereit, wegen hoher Gaspreise zu protestieren. Damit war die Protestbereitschaft in dieser Gruppe deutlich höher als bei Menschen, die anderen Parteien zuneigen. Unter denjenigen, die sich gut vorstellen könnten, CDU, CSU, FDP oder die Linkspartei zu wählen, war der protestbereite Anteil mit jeweils rund 28 Prozent geringer. Bei den potenziellen Wählern der Grünen war er mit rund 22 Prozent den Angaben zufolge am niedrigsten.

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