Frauenquote sorgt erstmals für unbesetzte Stelle in einem Aufsichtsrat

Donnerstag, 13.09.2018 18:52 von Handelsblatt

Beim Porzellanhersteller muss ein Gericht eine Aufsichtsrätin berufen. Ministerin Giffey prüft die Vorgänge genau – und visiert schon die Vorstände an.

Es ist nur eine kurze Passage im Geschäftsbericht von Villeroy & Boch. Der „Geschlechteranteil“ sei nicht erreicht worden. „Deshalb konnte ein Sitz im Aufsichtsrat nicht besetzt werden“, heißt es zur Unternehmensführung des Bad- und Keramikherstellers. Zum ersten Mal wird damit schwarz auf weiß bestätigt, dass aufgrund der Frauenquote tatsächlich ein „leerer Stuhl“ im Aufsichtsrat zustande kam. Die Arbeitnehmerseite hatte das Ziel von mindestens zwei Frauen in dem Kontrollgremium verfehlt.

„Außer einer Frau bekamen nur Männer die entsprechenden Stimmzahlen“, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Rund drei Monate währte der Zustand. Dann gab es eine Ersatzbestellung durch ein Gericht: Sabine Süpke wurde als Vertreterin der Gewerkschaft bestellt. Die Funktionärin der IG BCE gehörte zuvor bereits für zehn Jahre dem Schering-Aufsichtsrat an.

Dass die 1748 gegründete Firma Villeroy & Boch nun erstmals die Quoten-Schmerzen trafen, war in dem für Gleichstellung zuständigen Ministerium von Franziska Giffey (SPD) noch gar nicht aufgefallen. Obwohl es dort ein umfassendes Monitoring der gut 100 von der festen Geschlechterquote betroffenen Unternehmen gibt, blieb die massivste Auswirkung des Gesetzes bislang unentdeckt.

Nun will die Frauenministerin hier genauer hinsehen: „Reine Männerklubs in Führungspositionen sind weder zeitgemäß noch gerecht“, sagte Giffey dem Handelsblatt. Unterstützung erhält sie von der Organisation Frauen in die Aufsichtsräte (Fidar). „Der unbesetzte Stuhl demonstriert, dass das Gesetz stärker wirkt als gedacht“, meint Fidar-Chefin Monika Schulz-Strelow. Unternehmen dürften nicht glauben, dass sie unter dem Radar fliegen könnten. „Schnell entsteht ein Imageschaden“, warnt Schulz-Strelow.

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