Deutsche Börse AG - Fondshandel: Gut gemischt durch unsichere Zeiten

Dienstag, 29.04.2014 16:19 von Aktiencheck - Aufrufe: 4121

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Ukraine-Konflikt lastet weiter auf der Stimmung von Fondsinvestoren, so die Deutsche Börse AG.

"Das spiegelt sich aktuell vor allem in Zurückhaltung. Die Unsicherheit am Markt ist groß und es gibt kaum Anleger, die sich in diesem Umfeld positionieren wollen", beobachte Ivo Orlemann von der ICF AG.

Ganz ähnlich sehe das auch Baader Bank-Spezialist Matthias Präger, nach dessen Einschätzung aktuell eine gewisse Richtungslosigkeit am Markt herrsche. "Der Aktienmarkt hängt seit Jahresbeginn in einer Seitwärtsspanne fest, die Nachrichtenlage ist ungewiss und keiner scheint zu wissen, wo die Reise hingeht." Ohnehin seien einige Anleger im Zuge der Osterferien und des Maifeiertages in dieser Woche im Urlaub, was die Handelsaktivität zusätzlich dämpfe.

In heimischen und internationalen Aktienkörben sei nach Auskunft der Händler dementsprechend kein klarer Trend auszumachen. "Im Großen und Ganzen halten sich Käufe und Abgaben hier weitestgehend die Waage", berichte Präger. So stünden der BSF European Opportunities Extension (BlackRock Strategic Funds - European Opportunities Extension Fund A2 EUR) und der DWS Deutschland (DWS Deutschland) auf der Kaufseite, würden der CS EF (Lux) Small & Mid Cap Germany (Credit Suisse (Lux) Small and Mid Cap Germany Equity Fund B EUR) und der Allianz Thesaurus (Allianz Thesaurus AT (EUR)) überwiegend abgegeben.

Unter den international ausgerichteten Portfolios würden Anleger laut Baader Bank in den auf Dividendentitel spezialisierten M&G Global Dividend (M&G Global Dividend Fund EUR A) und den Pictet-Security (Pictet-Security P USD) einsteigen. Auf der Abgabeliste stünden indes der Global Advantage Funds - Major Markets High Value (Global Advantage Funds - Major Markets High Value A Acc) und der Lingohr-Systematic-LBB-Invest (LINGOHR-SYSTEMATIC-INVEST).

Am stärksten gehandelt würden laut Orlemann aktuell die von den allgemeinen Marktentwicklungen weitestgehend losgelösten Immobilienfonds, die es Anlegern ermöglichen würden auch kleinere Beträge in Immobilien zu veranlagen. Angesichts mäßiger Rendite und gewissen Risiken halte sich das Kaufinteresse jedoch in Grenzen.

So stehe etwa der in Abwicklung befindliche CS Euroreal (CS EUROREAL A EUR) nach dem Höhenflug der vergangenen Monate wieder auf der Abgabeseite. Während im Spätsommer 2013 ein Fondsanteil noch 23 Euro gekostet habe, sei der Wert zuletzt auf rund 29 Euro gestiegen. Aktuell liege der Preis bei 28,70 Euro. Ebenfalls einen leichten Verkaufsüberhang verzeichne Orlemann im Axa Immoslect (AXA Immoselect). Im Grundbesitz Europa (grundbesitz europa RC) und im hausInvest (hausInvest) hätten sich Zu- und Abflüsse weitestgehend die Waage gehalten.

Profiteure der unsicheren Marktlage würden breit aufgestellte Mischfonds bleiben, die das Risiko durch Anlage in verschiedenen Asset-Klassen und einer breiten regionalen Diversifizierung verringern würden. Ungewöhnlich viele Käufe verbuche Orlemann aktuell im Kapital Plus (Kapital Plus A (EUR)), der schwerpunktmäßig in Euro-Anleihen guter Bonität und europäischen Aktien anlege.

Ebenfalls auf den Einkaufslisten stünden der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen T) sowie der Flossbach von Storch SICAV Multiple Opportunities (Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities R). Im Gegensatz zu den meistgehandelten reinen Aktienfonds könnten diese Mischfonds für die vergangenen vier Wochen allesamt zumindest ein leichtes Renditeplus aufweisen. Der DAX habe im gleichen Zeitraum fast 1 Prozent verloren, den meisten Aktienkörben gehe es ähnlich.

Angesichts des wieder nachgebenden Goldpreises habe der Abgabedruck bei Minenfonds zugenommen. So melde Präger einen klaren Verkaufsüberhang etwa im BlackRock Glb World Mining Fund (BlackRock Global Funds - World Mining Fund A2) und auch im BGF World Gold Fund (BGF World Gold Fund A2 EUR). Nach dem kurzen Ausflug des Goldpreises Mitte März in Richtung der 1.400 US-Dollar-Marke habe die Feinunze mittlerweile wieder auf 1.290 US-Dollar nachgegeben.

Ebenfalls klar auf der Verkaufsseite führe Präger auch Portfolios mit chinesischen Aktien. Unter Druck seien etwa der GAM Star China Equity (GAM Star Fund plc - GAM Star China Equity Class USD Accumulation) sowie der First State Greater China Growth Fund (First State Greater China Growth Fund Class A (Accumulation) EUR).

Die Mitte des Monats veröffentlichten Wachstumszahlen des Landes hätten gezeigt, dass sich die Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft im ersten Quartal spürbar abgekühlt habe. Das Bruttoinlandsprodukt BIP sei von Januar bis März nur noch um 7,4 Prozent gewachsen. Dies liege unter dem selbstgesteckten Ziel der Pekinger Regierung, die auf das Gesamtjahr bezogen ein Wachstum von 7,5 Prozent anstrebe. Zuletzt sei China im Jahr 1990 schwächer gewachsen. (29.04.2014/fc/a/f)

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