Deutsche Börse AG - Fondshandel: Anleger unbeeindruckt

Dienstag, 02.04.2013 17:16 von Aktiencheck - Aufrufe: 1840

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Aufregung um Zypern macht sich im Fondshandel nicht bemerkbar, so die Deutsche Börse AG.

"Wir hatten schon befürchtet, uns warm anziehen zu müssen, es ist aber ruhig geblieben", erkläre Ivo Orlemann von ICF Kursmakler mit Blick auf die Verhandlungen über das zyprische Sparpaket und den in der vergangenen Woche erwarteten Ansturm auf die Banken des Inselstaats. "Fondsanleger interessiert das alles nicht." Auch Gewinnmitnahmen nach den Rekordständen diverser Aktienindices seien ausgeblieben. "Das Säbelrasseln in Nordkorea wird ebenfalls kaum beachtet."

Wegen der verkürzten Woche vor Ostern sei der Fondsumsatz den Händlern zufolge etwas geringer ausgefallen. "Nach dem höheren Handelsaufkommen in den Vorwochen merkt man nun die Ferien", meine Matthias Präger von der Baader Bank. "Auffällig ist, dass wir bei insgesamt uneinheitlicher Tendenz viele große Tickets sehen, auch Käufe."

Weiterhin gut an kämen Mischfonds. Publikumsliebling Nummer Eins bleibe Orlemann zufolge dabei der Flossbach von Storch Multiple Opportunities (Flossbach von Storch SICAV - Multiple Opportunities R). "Der steht auf unseren Umsatzlisten ganz oben, und zwar weit abgeschlagen." Ebenfalls viel gekauft worden sei der Carmignac Patrimoine (Carmignac Patrimoine A EUR Acc), der zuvor in der Gunst der Anleger etwas verloren habe. Zuflüsse habe es darüber hinaus auch im M&G Optimal Income Fund (M&G Optimal Income Fund Euro A-H Acc) und, wie in der Vorwoche, im Acatis Gané Value Event (ACATIS - GANÉ Value Event Fonds A) gegeben.

Im Handel mit reinen Aktienfonds würden sich Zu- und Abflüsse unterdessen die Waage halten, wie Präger melde, lediglich Körbe mit asiatischen Dividendentiteln seien überwiegend gekauft worden. Auf den Einkaufslisten hätten etwa der Comgest Growth Europe (Comgest Growth Europe EUR Dis) und der DWS Deutschland (DWS Deutschland), ebenso der M&G Global Dividend (M&G Global Dividend Fund EUR A) und der DJE Agrar & Ernährung (DJE - Agrar & Ernährung PA (EUR)) gestanden, der in Aktien von Agrar- und Nahrungsmittelkonzernen investiere.

Der Allianz Vermögensbildung Deutschland (Allianz Vermögensbildung Deutschland A (EUR)) und der Dexia Equities L Euro 50 (Candriam Equities L Euro 50 C (thes.)) seien hingegen abgestoßen worden, außerdem auch der Lingohr-Systematic-LBB-Invest (LINGOHR-SYSTEMATIC-INVEST) und der DWS Akkumula (DWS Akkumula LC). Wie Orlemann beobachtet habe, hätten sich Investoren auch vom AriDeka (AriDeka CF) getrennt, der auf europäische Standardwerte setze.

Definitiv angesagt seien im Moment Schwellenländeraktien. Sehr großer Beliebtheit erfreue sich etwa weiterhin der Aberdeen Global Emerging Markets Smaller Companies (Aberdeen Standard SICAV I - Emerging Markets Smaller Companies Fund A Acc USD), wie Orlemann berichte. "Dabei wurde für den Fonds, ebenso wie für den Aberdeen Global Emerging Markets Equity (Aberdeen Standard SICAV I - Emerging Markets Equity Fund A Acc USD), mit Wirkung zum 11. März der Ausgabeaufschlag angehoben." Hintergrund seien hohe Nettomittelzuflüsse in den vergangenen zwölf Monaten. "Wegen Erfolg verteuert", fasse der Händler zusammen. Zur Erinnerung: Im Börsenhandel falle kein Ausgabeaufschlag an, nur die üblichen Börsenspesen.
Anlegern sei offenbar nicht entgangen, wie gut sich beide Fonds schlagen würden: Der Aberdeen Global Emerging Markets Smaller Companies, der sich auf Aktien kleinerer Unternehmen aus Schwellenländern konzentriere, könne auf Sicht von fünf Jahren mit einer Rendite von 18,4 Prozent im Jahr auftrumpfen, seit Anfang Januar seien es bereits schon wieder 8,4 Prozent. Der auf große Unternehmen setzende Aberdeen Global Emerging Markets Equity sei nicht ganz so gut gelaufen, komme auf Fünfjahressicht aber immerhin noch auf 12,7 Prozent per annum, seit Jahresanfang allerdings nur auf 2,9 Prozent. Zum Portfolio würden etwa Aktien von Samsung, China Mobile, Taiwan Semiconductor Manufacturing oder der brasilianischen Bank Bradesco gehören.

Auch Präger berichte von Kauffreude in Emerging Markets-Fonds, etwa im Baring ASEAN Frontiers (Baring ASEAN Frontiers Fund A EUR Inc) und im Aberdeen Global Asian Smaller Companies. Lediglich im DNB Asian Small Cap (DNB Fund - Asian Small Cap Retail A) hätten Abflüsse dominiert.
Nicht viel los sei derzeit im Bereich der Minenfonds - trotz der Zypern-Probleme. "Hier ist es sehr ruhig", erkläre Präger. Er melde, auf niedrigem Niveau, Käufe im BlackRock Global World Gold (BGF World Gold Fund A2 EUR) und im BNPP L1 World Commodities (BNP PARIBAS L1 WORLD COMMODITIES) sowie Verkäufe im BlackRock Global World Mining (BlackRock Global Funds - World Mining Fund A2) und im LO Funds World Gold Expertise (Lombard Odier Funds - World Gold Expertise Syst. Hdg (EUR) PA). Bereits seit einem halben Jahr schwächele der Goldpreis und habe sich auch zuletzt nicht wirklich erholen können: Aktuell koste eine Feinunze wieder weniger als 1.600 US-Dollar, im Oktober seien es noch fast 1.780 US-Dollar gewesen. Für Goldminenfonds wie den BlackRock Global World Gold sehe die Bilanz ähnlich aus: Auf Sicht von sechs Monaten würden sich die Verluste mittlerweile auf 26 Prozent belaufen.

Zurückhaltung würden Anleger derweil gegenüber Immobilienfonds zeigen: Vom CS Euroreal (CS EUROREAL A EUR) hätten sich Investoren tendenziell getrennt, wie Orlemann festgestellt habe. "Und die Käufer fehlen." (02.04.2013/fc/a/f)

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