Deutsche Börse AG - Fondshandel Anleger machen Kasse

Dienstag, 14.02.2012 11:32 von Aktiencheck - Aufrufe: 1811

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Marktteilnehmer reagieren auf die parlamentarische Zustimmung Griechenlands zum vorliegenden Sparpaket mit Erleichterung und lassen die Börsen freundlich in die Woche starten, zudem rechnen Beobachter mit der Zustimmung zur Auszahlung eines weiteren Hilfspakets an Griechenland, um eine Pleite des Landes quasi in letzter Minute abzuwenden, so die Deutsche Börse AG.

Dennoch hätten sich Anleger in Summe von ihren Engagements in aktiv verwalteten Fonds getrennt, wie die Spezialisten im Handel berichten würden. "Die Aktienmärkte sind gut gelaufen, deshalb nimmt so mancher Anleger die Gewinne erst einmal mit", vermute etwa Matthias Präger von der Baader Bank.

"Man hat den Eindruck, als schreckten die Ersten vor Diskussionen um mögliche neue Höchststände an den Börsen zurück", meine Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler, der ebenfalls von einem Abgabenüberhang im Handel mit Publikumsfonds spreche. Denn Griechenland sei mit den jüngsten Entscheidungen keineswegs bereits gerettet. Die Umsetzung der Maßnahmen sowie eine Entscheidung zum Schuldenschnitt stünden beispielsweise noch aus.

Spürbar sei der Abgabetrend Präger zufolge etwa bei Portfolios mit europäischen Unternehmen wie dem Unifonds net (UniFonds -net-) und dem Allianz RCM Thesaurus (Allianz Thesaurus AT (EUR)). Betroffen sei zudem der auf marktbreite europäische Bluechips fokussierte AriDeka (AriDeka CF), wie Wöllnitz bemerke.

In der Umsatzstatistik ganz vorn mit dabei und mehrheitlich gesucht sei hingegen der ebenfalls auf europäische Standardaktien setzende Allianz RCM Europe Equity Growth (Allianz Global Investors Fund - Allianz Europe Equity Growth A (EUR)). "Für die vergangenen sechs Monate weist der Fonds eine ordentliche Performance von knapp 15 Prozent aus", bemerke der Händler der Baader Bank.

Auf das Konto Gewinnmitnahmen gehe vermutlich auch das nachlassende Interesse an internationalen Aktien. Anleger hätten sich mehrheitlich zum Beispiel vom Vontobel Fund - Global Value Equity (Vontobel Fund - Global Equity B USD) getrennt, der weltweit in Aktien und aktienähnlichen Werten investiert sei und mit einer ausgewiesenen Performance von über 12 Prozent in den vergangenen 12 Monaten bereits gut gelaufen sei.

Von mehr Verkäufen als Käufen spreche Präger zudem beim Lingohr Systematic LBB Invest (LINGOHR-SYSTEMATIC-INVEST), der mit seinem Anlagekonzept eine Mischung aus aktivem und passivem Fondsmanagement verfolge. Ins Depot hätten Anleger sich hingegen den M&G Global Dividend Fund (M&G Global Dividend Fund EUR A) gelegt. "Es locken vermutlich die überwiegend positiven Geschäftszahlen der Unternehmen."

Selbst Mischfonds, die in den Monaten zuvor fast schon als Dauerbrenner auf den Kauflisten eingraviert gewesen seien, würden derzeit weniger gut ziehen. Wöllnitz verbuche tendenziell Abgaben etwa beim Dachfonds HSBC Trinkaus Global Strategy (Global Strategic Opportunities), der gegenwärtig zu 90 Prozent in andere Investmentfonds aller Couleur investiere. Damit ziele das Fondsmanagement nach eigenem Bekunden auf eine hohe Risikostreuung. Anleger hätten sich zudem mehrheitlich vom HVB Vermögensdepot Privat Balance PI (Vermögensdepot privat 50) getrennt. Auf drei Jahre komme der Fonds auf eine Performance von über 19 Prozent.

Dem Goldpreis setze die jüngste Herabstufung der Kreditwürdigkeit von sechs Ländern des Euroraums durch die Ratingagentur Moody's zu. Auch wenn das Unternehmen damit lediglich die Einschätzung anderer Ratingagenturen unterstrichen hätte, sei der US-Dollar aus dieser Aktion gestärkt hervorgegangen. "Manche Fondsanleger reagieren mit Abgaben ihrer Minenportfolios", vermute Präger.

Eher abgestoßen worden seien zum Beispiel die US-Dollar Version des BGF World Mining Fund (BlackRock Global Funds - World Mining Fund A2) sowie der DJE - Gold & Ressourcen (DJE - Gold & Ressourcen PA (EUR)). Anleger hätten sich hingegen für den in US-Dollar notierten BGF World Gold Fund (BGF World Gold Fund A2RF USD) interessiert.

Bei Portfolios mit asiatischen Unternehmen würden laut Präger derzeit beide Seiten gespielt. Anleger hätten sich beispielsweise für den Lingohr Asien Systematic LBB Invest (LINGOHR-ASIEN-SYSTEMATIC-INVEST) interessiert. Beliebt seien zudem Anteile des First State Greater China Growth Fund (First State Greater China Growth Fund A (Thes.) GBP), dessen Fondsmanagement Aktien oder aktienähnliche Wertpapiere von Unternehmen halte, die in China, Hongkong und Taiwan agieren würden. Verabschiedet hätten Fonds-Liebhaber sich vermehrt zum Beispiel vom Julius Baer Asia Stock Fund (Julius Baer Multistock - ASIA STOCK FUND A - USD) und vom Fidelity Funds - South East Asia Fund (First State Greater China Growth Fund A (Thes.) GBP). (14.02.2012/fc/a/f)

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