Fintech Revolut sichert sich Banklizenz – und will zum Amazon für Banking werden

Donnerstag, 13.12.2018 12:13 von Handelsblatt - Aufrufe: 424

Das britische Fintech Revolut hat sich eine europäische Banklizenz gesichert. Damit will es traditionellen Banken auch im Kreditgeschäft Konkurrenz machen.

Sein wohl wertvollstes Weihnachtsgeschenk hat Nikolay Storonsky schon diese Woche erhalten: eine Banklizenz für seine Smartphone-Bank Revolut. Das Start-up aus Großbritannien will damit schon im kommenden Jahr vollwertige Girokonten anbieten, die durch den europäischen Einlagenschutz abgesichert sind.

Auch Konsumenten- und Firmenkredite sollen folgen. Und parallel wird weiter an einer gebührenfreien Trading-Plattform gearbeitet. Schon jetzt verzeichnet das Unternehmen Wachstumszahlen, die es selbst als „astronomisch“ bezeichnet. Dank der neuen Lizenz dürfte es noch deutlich an Schlagkraft gewinnen.

Revolut wurde in London gegründet und ist seit Juli 2015 aktiv – seit Herbst 2017 auch in Deutschland. Mit seiner Smartphone-App zielte das Unternehmen zunächst nur auf Kunden, die über Länder- und Währungsgrenzen hinweg Geld transferieren wollen. Mithilfe von Kooperationspartnern wurden die Leistungen schnell erweitert.

Inzwischen ähnelt Revolut der deutschen Smartphone-Bank N26, die jedoch schon seit Sommer 2016 eine eigene Banklizenz hat. Die Briten agierten bislang mit einer E-Geld-Lizenz, die Gelder wurden bei einer Partnerbank verwahrt.

Wie die litauische Bankenaufsicht dem Handelsblatt bestätigt, wurde die „spezialisierte Banklizenz“ nach ihrer Prüfung gewährt. Im Gegensatz zu einer Vollbanklizenz darf Revolut damit keine eigenen Investmentprodukte anbieten, aber Kredite vergeben und Einlagen halten.

Die Lizenz beinhalte zunächst ein paar Einschränkungen, bestätigt ein Sprecher von Revolut. Zunächst solle sie in Litauen getestet und im Laufe des kommenden Jahres in andere Länder übertragen werden – zunächst nach Großbritannien, Frankreich, Polen und Deutschland. Für Großbritannien wird nach Aussage des Revolut-Sprechers zudem eine separate Lizenz beantragt.

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